Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg

- | USA 2003 | 140 Minuten

Regie: Gary Ross

Die Geschichte des legendären Rennpferdes Seabiscuit, das Amerika am Ende der wirtschaftlichen Depression der 1930er-Jahre begeisterte und das Land und seine Bürger ein wenig von den alltäglichen Sorgen ablenkte. Konzipiert als gefühlvolle Familien- und Erfolgsgeschichte, geht das Kalkül nicht auf, weil die Subplots unterentwickelt sind und der Zuschauer emotional auf Distanz bleibt. Zwar gut gespielt und edel fotografiert, fehlt dem altmodisch entwickelten Film letztlich der überspringende Funke, sodass er in erster Linie die Befindlichkeit einer Nation spiegelt, die sich nach einstiger Größe und früheren Tugenden sehnt. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
SEABISCUIT
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2003
Regie
Gary Ross
Buch
Gary Ross
Kamera
John Schwartzman
Musik
Randy Newman
Schnitt
William Goldenberg
Darsteller
Tobey Maguire (Johnny "Red" Pollard) · Jeff Bridges (Charles Howard) · Chris Cooper (Tom Smith) · Elizabeth Banks (Marcela Howard) · Gary Stevens (George "The Iceman" Woolf)
Länge
140 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.

Heimkino

Neben der unauffälligen Standardausgabe ist zudem eine umfangreiche Special Edition (2 DVDs) erschienen. Die Extras dieser Ausgabe umfassen u.a. einen deutsch untertitelbaren Audiokommentar mit Regisseur Gary Ross und Steven Soderbergh. Des weiteren finden sich einige Kurzfeatures zu Teilaspekten des Films sowie eine Dokumentation über die wahren Begebenheiten, die dem Film zu Grunde liegen (45 Min.). Die Special Edition (2DVDs) ist mit dem Silberling 2004 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universal (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt., DTS dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Länder, die in die Krise geraten sind, brauchen Träume. Das Kollektiv will auch an Zeiten der Größe erinnern können, seien diese nun wirtschaftlich, politisch, kulturell, sozial, karitativ oder auch nur sportlich verankert. Der kleinste gemeinsame Nenner des Kollektivs sucht seine Erfüllung, wenn die Gegenwart sie nicht zu bieten hat, gräbt man in der Vergangenheit; die Devise lautet nicht „Wir sind wieder wer“, sondern „Wir waren einmal wer“. Ob diese Bilanzierung aufgeht, sei dahin gestellt. Die Filmgeschichte zeigt jedenfalls, dass aufbauende Sujets immer im Hier und Jetzt angesiedelt waren, auch in so unterschiedlichen Systemen wie der Sowjetunion („Panzerkreuzer Potemkin“), Frank Capras New-Deal-Komödien oder den deutschen Heimatfilmen der 1950er-Jahre. Vergangenheit spielt immer eine Rolle, wird aber als Belastung empfunden, die es zu überwinden gilt. Der nostalgisch gewandte Blick hat in der Vergangenheit wenig für die Zukunft geleistet. G

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren