Pumuckl und sein Zirkusabenteuer

- | Deutschland 2002 | 91 Minuten

Regie: Peter Weissflog

Pumuckl, der Zeichentrick-Kobold mit den karottenroten Haaren, der unsichtbar werden kann, wird von einem abgehalfterten Zaubererpaar in einen Zirkus entführt, um mit Pumuckls Tricks seine Zauberkunststücke aufzumotzen. Im Gegenzug mischt der Kobold den Zirkus gehörig auf und verhilft den Vorstellungen zum Erfolg. Mischung aus Real- und Trickfilm, die betulich-spannungsarm unterhält, wobei vor allem die angestaubte Animation selbst die junge Zielgruppe visuell unterfordert. - Ab 8.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2002
Regie
Peter Weissflog
Buch
Ellis Kaut · Ursula Bagnall
Kamera
Harry Bruntz
Schnitt
Silvia Nawrot
Darsteller
Hans Clarin (Ferdinand Eder) · Christine Neubauer (Henriette Straub) · Sunnyi Melles (Frau Magiaro) · Nikolaus Paryla (Herr Magiaro) · Erni Singerl (Hausmeisterin)
Länge
91 Minuten
Kinostart
25.07.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 8.

Heimkino

Verleih DVD
Warner (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion

Das neue Abenteuer des rothaarigen Kobolds beginnt dynamisch wie „Herr Lehmann“ (fd 36 159): Kobold begegnet Hund, allerdings ohne Folgen für das Tier. Später wird ein Meerschwein in Pumuckls geliebte Schiffsschaukel gesetzt, schließlich gilt: „Ein Schweinderl ist auch bloß ein Mensch.“ Spätestens, wenn dann Erni Singerl ein Brot kauft – als liebenswürdiger Bäcker hat Volksmusik-Star Patrick Lindner einen Cameo-Auftritt -, weiß man, dass hier die Uhren noch immer anders gehen; hier herrscht zeitenthobene bajuwarische Gemütlichkeit, auch ohne Gustl Bayrhammer.

Nach seinen Abenteuern auf hoher See und an der Seite von Towje Kleiner – „Pumuckl und der blaue Klabauter“ (fd 30 717) – kehrt der Kobold nach München zurück, um Meister Eder zu treffen. Doch der ist verstorben, die Werkstatt steht leer; sein Vetter Ferdinand Eder schaut allerdings noch einmal vorbei, um die Werkstatt aufzulösen. Vom kleinen Freund seines Vetters hat Ferdinand noch nie gehört, was dem Film Gelegenheit bietet, die Geschichte vom allmählichen Sichtbarwerden des Kobolds gleich noch einmal zu erzählen.

Als Pumuckl sich schließlich zeigt, haben seine Streiche bereits dafür gesorgt, dass sich seine Existenz herum gesprochen hat. So bekommt ein etwas abgehalftertes Zaubererpaar Wind von der Sache und will Pumuckl entführen, um die reichlich verstaubten Tricks aufzumotzen.

Große Teile des Films spielen auf dem Gelände des Zirkus „Barelli“, den der Kobold gehörig aufmischt. Doch gerade weil Pumuckl die Vorstellungen nach Herzenslust torpediert, werden diese zu einem Riesenerfolg. Schließlich muss aber Ferdinand Eder eingreifen, um Schlimmeres zu verhüten, und Pumuckl kann zufrieden einschlafen: „Weißt du auch den schönsten Reim? Ich bin daheim. Ich bin daheim.“

Den Darstellern, insbesondere dem zauberhaften Paar Sunnyi Melles und Nikolaus Paryla als eigenwillige Zirkuskünstler, hat das Zusammenspiel mit der animierten Figur sichtbar Spaß bereitet, sie chargieren höchst vergnüglich. Christine Neubauer dagegen wirkt vom Spiel ins Leere überfordert und findet nie in den Film. Dass Hans Clarin, also Pumuckls frühere Stimme, jetzt gewissermaßen aus Krankheitsgründen in Gustl Bayrhammers Rolle vor der Kamera tritt, ist pikant; aber Clarin macht seine Sache gut.

Der Film selbst verlässt sich sehr darauf, dass die Sensationen der Zirkuswelt von der mageren und recht spannungslosen Handlung ablenken – und vergisst gar Pumuckl über längere Passagen. Animation und Special Effects atmen den Geist des 1970er-Jahre-Fernsehens und dürften die Zielgruppe heute visuell mächtig unterfordern.

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