Vaterland (2002)

Dokumentarfilm | Deutschland 2002 | 102 Minuten

Regie: Thomas Heise

Momentaufnahmen aus dem Dorf Straguth in Sachsen-Anhalt, die sich aus naturalistischen Beobachtungen zu einem Zeit- und Weltbild verallgemeinern. Dabei wird eine Agonie spürbar, die der Regisseur noch durch die Wahl seiner Protagonisten, die am ehesten seinem eigenen Weltempfinden von Einsamkeit und Verdammnis entsprechen, verstärkt. Ein Endzeit spiegelnder Dokumentarfilm als "existenzialistischer" Abgesang auf Ideale und Utopien mit einer von Weltschmerz durchdrungenen pessimistischen Haltung. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2002
Regie
Thomas Heise
Buch
Thomas Heise
Kamera
Peter Badel
Schnitt
Gudrun Steinbrück
Länge
102 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
Auf den ersten, oberflächlichen Blick ist „Vaterland“ die Zustandsbeschreibung eines Dorfes in Sachsen-Anhalt, irgendwo zwischen Magdeburg und Stendal. Hier rasen, wie die Einstellungen zeigen, alle Züge vorbei; Straßenschilder verlieren jede Farbe. Dann werden Bewohner ins Bild gebracht: zunächst ein alter Mann beim Holzhacken und Spielen mit seiner Hündin. Das Zerkleinern von Holz, das Fällen eines Baumes, das Transportieren oder Schichten von Scheiten, entwickelt sich ebenso wie das Toben mit Hunden zur dramaturgischen Konstante, zum gern genutzten szenischen Intermezzo; der archaische Brennstoff und das „klassische“ Haustier stehen als Symbole für das Mühen um Wärme, für eine Ur- Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit, Schutz. Indem Thomas Heise alltägliche Momente zu Metaphern verdichtet, erhebt er auch seinen neuen Film – wie jeden seiner vorherigen – aus der Ebene der naturalistischen Beobachtung in die Sphäre eines verallgemeinernden Zei

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