Der menschliche Makel

Drama | USA/Deutschland/Frankreich 2003 | 107 Minuten

Regie: Robert Benton

Romanverfilmung nach einem Bestseller von Philip Roth über einen Altphilologie-Professor, der, des Rassismus bezichtigt, alle Ämter niederlegte und seine Frau verlor, die einen Herzinfarkt erlitt. Die eigentliche Tragödie resultiert jedoch aus der Vergangenheit des Gelehrten, der als hellhäutiger Afroamerikaner in den Nachkriegsjahren seine Herkunft verleugnete und sich eine weiße Identität zulegte. Zugespitzt wird sein Schicksal durch die unstandesgemäße Beziehung mit einer wesentlich jüngeren Putzfrau und Melkerin. Tragische Lebensläufe, erzählt in der Tradition des griechischen Dramas, deren Ansprüche allerdings eher behauptet als einlöst werden, weil die klassischen Bezüge den Plot lediglich überformen und von grundlegenden Fragen ablenken. Der handwerklich solide Film leidet auch unter der Makellosigkeit seiner Hauptdarstellerin, der man eine vom Leben gebeutelte Frau kaum abnimmt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE HUMAN STAIN
Produktionsland
USA/Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2003
Regie
Robert Benton
Buch
Nicholas Meyer
Kamera
Jean-Yves Escoffier
Musik
Rachel Portman
Schnitt
Christopher Tellefsen
Darsteller
Anthony Hopkins (Coleman Silk) · Nicole Kidman (Faunia Farley) · Ed Harris (Lester Farley) · Gary Sinise (Nathan Zuckerman) · Wentworth Miller (Coleman Silk als junger Mann)
Länge
107 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
EuroVideo/Concorde (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Wenn jemand „Der menschliche Makel“ als Titel über eine Geschichte schreibt, muss er, um glaubwürdig zu bleiben, mehr zu erzählen haben als nur eine unerhörte Begebenheit, mehr als die außerordentlichen Erlebnisse außergewöhnlicher Individuen. Das Besondere sollte ins Allgemeine verweisen, Grundphilosophisches darf erwartet werden. Wenn der Autor der Vorlage dann auch noch Philip Roth heißt und mit diesem Roman seine Trilogie über das Nachkriegsamerika beschließt, ist es nicht überraschend, dass das Urmenschliche sich am Uramerikanischen bricht und die Aufarbeitung der nationalen Historie den Hintergrund für beispielhafte Geschehnisse liefert. Versatzstücke griechischer Mythologie und amerikanischer Zeitgeschichte prägen denn auch die Eröffnungssequenz der Verfilmung des „Kramer gegen Kramer“-Regisseurs Robert Benton. In epischem Tonfall verlegt ein Off-Sprecher das Geschehen in jenen Sommer kollektiver Heuchelei, in dem sich ein ganzes Volk unter der Flagge politischer Korrektheit über die Sexualpraktiken seines Präsidenten Bill Clinton e

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