Gegen die Wand

Drama | Deutschland 2004 | 121 Minuten

Regie: Fatih Akin

In einem Krankenhaus in Hamburg-Altona lernen sich zwei türkische Selbstmörder kennen: eine junge Frau und ein 40-jähriger Gelegenheitsarbeiter. Um der Frau ein selbstständiges Leben außerhalb ihrer traditionsverhafteten Familie zu ermöglichen, gehen sie eine Scheinehe ein. Das Zweckbündnis funktioniert so lange, wie keine Gefühle ins Spiel kommen. Als der Mann im Affekt einen ihrer Liebhaber erschlägt, flieht sie nach Istanbul, wo sie sich Jahre später wiederbegegnen. Vitales, fabulierfreudiges Drama aus dem Umfeld der zweiten und dritten Generation deutsch-türkischer Immigranten, das zwischen Tragikomödie und Melodram changiert. Von einer waghalsigen Dramaturgie und hervorragenden Schauspielern getragen, überzeugt der Film durch die erfrischende Verbindung von purem Kino und der Realität abgelauschten Details. (Teils O.m.d.U.) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2004
Regie
Fatih Akin
Buch
Fatih Akin
Kamera
Rainer Klausmann
Musik
Alexander Hacke · Maceo Parker
Schnitt
Andrew Bird
Darsteller
Birol Ünel (Cahit) · Sibel Kekilli (Sibel) · Catrin Striebeck (Maren) · Güven Kiraç (Seref) · Metlem Cumbul (Selma)
Länge
121 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Tragikomödie

Heimkino

Die umfangreichen Extras beinhalten u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs sowie ein kommentiertes Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (18 Min.). Die DVD-Edition ist mit dem Silberling 2004 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universal (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Die wunderschöne Eröffnungssequenz ist weit mehr als exotischer Zierat, eine Art Ouvertüre nämlich, in der Struktur und Motive des Folgenden anklingen: Vor dem Hintergrund der Hagia Sophia singt das Ensemble des Musikers Selim Sesler vom Schmerz, aber auch vom Trost einer gescheiterten Liebesbeziehung. Eine Einstellung, die mehrmals (mit wechselnden Liedern) wiederkehrt und die melodramatische Handlung fast strophisch gliedert. Und, als wollte Fatih Akin den Kunstcharakter seiner exzessiven Ballade noch deutlicher unterstreichen, gleißen drei grelle Bogenlampen ins Bild, wenn der Film dann zum ersten Mal in die grobkörnige Welt einer Altonaer Bier- und Musik-„Fabrik“ eintaucht, wo der 40-jährige Cahit als heruntergekommener Gläsereinsammler arbeitet. Ein desillusioniertes Wrack von einem Mann, mit einem von Alkohol gezeichneten Gesicht, der sich besinnungslos zulaufen lässt und dann zu den melancholisch- morbiden Klängen von Depeche Modes „I Feel You“ mit Vollgas gegen eine Wand donnert. Er überlebt – und wird in der Klinik von Sibel angesprochen, die sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Sibel ist halb so alt wie er, hübsch und lebenshungrig. Cahit soll sie heiraten, nur zum Sc

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