Silent Waters

Drama | Pakistan/Frankreich/Deutschland 2003 | 98 Minuten

Regie: Sabiha Sumar

1979 im pakistanischen Punjab: Die Islamisierung des Lebens hält in Gestalt zweier reisender Fundamentalisten Einzug in eine dörfliche Idylle. Toleranz und Heiterkeit weichen einer argwöhnischen Atmosphäre, die bis in die Familien dringt. Ein junger Mann wendet sich unter dem Einfluss der Prediger von seiner verwitweten Mutter ab und entfremdet sich auch von seiner Verlobten. Die Lage eskaliert, als indische Sikhs ihre heiligen Stätten im Dorf besuchen. Das poetisch fotografierte Drama nutzt die Geschichte einer Familie, um die politische Geschichte Pakistans und die Genese radikal-islamischen Terrors zu beleuchten. Über die konkrete historische Verankerung hinaus lässt sich der Film als Anklage gegen jedwede ideologische Hetze lesen. (INTERFAITH AWARD in Brisbane 2004) - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
KHAMOSH PANI: SILENT WATERS | EAU DORMANTE
Produktionsland
Pakistan/Frankreich/Deutschland
Produktionsjahr
2003
Regie
Sabiha Sumar
Buch
Sabiha Sumar · Paromita Vohra
Kamera
Ralph Netzer
Musik
Arshad Mahmud · Madan Gopal Singh · Arjun Sen
Schnitt
Bettina Böhler
Darsteller
Kirron Kher (Veero/Ayesha) · Aamir Ali Malik (Saleem) · Arshad Mahmud (Mahboob) · Salman Shadid (Amin) · Shilpa Shukla (Zubeida)
Länge
98 Minuten
Kinostart
08.03.2018
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama
Diskussion
Spätestens seit dem 11. September 2001 lässt sich im internationalen Film eine wachsende Vorliebe für islamische Themen und Figuren beobachten. Finster dreinblickende muslimische Bartträger schließen die Lücke, die der ehemalige Ostblock in der Palette feindbildtauglicher Schurken hinterlassen hat. Jenseits verkürzter Klischees entstanden in den letzten Jahren aber auch Filme von Regisseuren, die sich vor ihrem eigenen biografischen Hintergrund differenziert und intensiv mit islamischen Kulturen auseinander setzten. Babak Payamis „Geheime Wahl“ (fd 36 182) ist hier zu nennen, Siddiq Barmaks „Osama“ (fd 36 320) oder eben Sabiha Sumars „Silent Waters“. In ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm blickt die 1961 in Pakistan geborene Regisseurin, die in den 1980er-Jahren in New York und Cambridge studierte, auf zwei leidvolle Kapitel pakistanischer Geschichte zurück: Die religiöse Teilung des Subkontinents in die S

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