Birkenau und Rosenfeld

Drama | Frankreich/Deutschland/Polen 2002 | 92 Minuten

Regie: Marceline Loridan-Ivens

Eine Überlebende des KZ Auschwitz begibt sich auf das Gelände des Vernichtungslagers und erinnert sich. Dabei lernt sie einen jungen deutschen Fotografen kennen, der das Trauma seiner Familiengeschichte durch Kunst sublimieren will. Ein autobiografisch gefärbter Film über den "Skandal des Überlebens" und die Strategien von Erinnerungs- und Trauerarbeit, der teilweise mit quälender Intensität und stimmigen Impressionen aufwartet, diese Eindrücke jedoch mit Kitsch und banaler Künstlichkeit verwässert. Unter der Hand erweist sich der Versuch deshalb als entschiedenes Plädoyer für die Nicht-Fiktionalisierung einer Spurensuche in Vernichtungslagern. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LA PETITE PRAIRIE AUX BOULEAUX
Produktionsland
Frankreich/Deutschland/Polen
Produktionsjahr
2002
Regie
Marceline Loridan-Ivens
Buch
Jean-Pierre Sergent · Elisabeth D. Prasetyo · Marceline Loridan-Ivens · Jeanne Moreau
Kamera
Emmanuel Machuel
Schnitt
Catherine Quesemand
Darsteller
Anouk Aimée (Myriam) · August Diehl (Oskar) · Marilu Marini (Suzanne) · Zbigniew Zamachowski (Gutek) · Élise Otzenberger (Sarah)
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Diskussion
„Erinnern Sie sich?“ – „Nein, ich erinnere mich nicht!“ Die Stimmung zu Beginn hat etwas von einem gut gelaunten Klassentreffen. Allerlei ältere Herrschaften, darunter die deutlich jünger wirkende Myriam, treffen sich in Paris, um der Befreiung der NS-Vernichtungslager zu gedenken. Die Veranstaltung darf man sich durchaus locker vorstellen, wenngleich die Erinnerungen „an die alten Zeiten“ selbstredend mörderisch sind. Myriam, die erkennbar Mühe beim Erinnern hat, gewinnt bei der Tombola ein Fahrrad, tauscht dieses aber spontan gegen ein Bahnticket nach Krakau ein. Zum ersten Mal nach der Befreiung des Lagers begibt sie sich in die Nähe der titelgebenden „kleinen Birken-Au“. Bereits im Vorfeld entdeckt sie, dass sich in der Umgebung des Lagers ein florierender Gedenkstätten- Tourismus etabliert hat. Auch scheinen die direkten Anwohner irritierend unbekümmert ihrem bäuerlichen Alltag nachzugehen. Myriam betritt das Lager durch einen Seiteneingang – und wird von ihren Erinnerungen überwältigt. Sie kommuniziert mit den Geistern der Ermordeten, bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit entlang überwucherter Wege, nimmt das Lager, ihr Zuhause, in Besitz – und wird von ihm in Besitz genommen. Sie begibt sich auf die Suche nach der Stelle, an der sie ihren Vater verscharrte. Der Schrec

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