Drama | Kanada/Großbritannien/Frankreich 2002 | 98 Minuten

Regie: David Cronenberg

Einige Tage im Leben eines psychisch gestörten, sich aus der Welt ausgrenzenden Mannes, der immer wieder in seinen Erinnerungen seine Vergangenheit schmerzhaft durchlebt. Dabei wird immer unklarer, was die reale Welt und was Erinnerung ist - und ob diese Erinnerungen wirklich erinnert werden. Ein subtiler düsterer Horrorfilm über den Themenkomplex Gedächtnis/Erinnerung, der die Grenzen des Genres sprengt und der Ideenwelt des Existenzialismus verpflichtet ist. Die dichte Inszenierung und der faszinierende Hauptdarsteller imaginieren eine Welt ohne Mitleid, in der der Einzelne dem Verfall ohne Hoffnung auf Freiheit ausgeliefert ist. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
SPIDER
Produktionsland
Kanada/Großbritannien/Frankreich
Produktionsjahr
2002
Regie
David Cronenberg
Buch
Patrick McGrath
Kamera
Peter Suschitzky
Musik
Howard Shore
Schnitt
Ronald Sanders
Darsteller
Ralph Fiennes (Spider) · Miranda Richardson (Yvonne/Mrs. Cleg/Mrs. Wilkinson) · Gabriel Byrne (Bill Cleg) · Lynn Redgrave (Mrs. Wilkinson) · John Neville (Terrence)
Länge
98 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen analytischen Audiokommentar des Regisseurs.

Verleih DVD
Columbia TriStar Home (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Ein Zug fährt in einen Londoner Bahnhof ein. Düsterdeprimiert ist die Atmosphäre. Sie hat etwas Altmodisches, ein wenig Zeitloses, und wird sich während des Films nicht verändern. Inwieweit das, was man da sieht, von dieser Welt ist, das bleibt lange Zeit die Frage. Zunächst sieht man nichts. Menschenmassen steigen zwar aus dem Zug, viele von ihnen wirken wie Pendler, die jeden Morgen zu ihrer Arbeit hasten. Aber, das vermittelt der Film auf kaum merkliche Weise, es geht um anderes. Man wartet, erwartet noch etwas. Und ohne ihn überhaupt zu kennen, weiß man, dass man auf Spider wartet.

Wenn man Filme von David Cronenberg kennt, geht man mit ganz bestimmten Erwartungen in ein neues Werk von ihm, erst recht, wenn dieses „Spider“ heißt. So erwartet man fast selbstverständlich, irgendwann Spinnen zu sehen – sie kommen nicht vor! Cronenberg bricht auch mit vielen anderen Vorannahmen, und doch ist dies ganz und gar ein „Cronenberg-Film“ geworden. „Spider“ ist auch ein Spiel mit Handlungskonventionen, eine für diesen Regisseur typische Genre- Dekonstruktion, die das Genre im Kern erhält, aber seine Elemente so entfaltet, dass es kaum noch wiederzuerkennen ist. In diesem Sinne darf man den Film trotzdem einen Horrorfilm nennen, freilic

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