Collateral

Thriller | USA 2004 | 120 Minuten

Regie: Michael Mann

Ins Auto eines schwarzen Taxifahrers in Los Angeles steigt ein Auftragskiller, der in dieser Nacht fünf Menschen töten will und einen ortskundigen Fahrer braucht. Weil er "Gefallen" an seinem unfreiwilligen Chauffeur findet, nimmt er ihn als Geisel. Spannender, dicht inszenierter und intensiv gespielter Thriller, der die Konfrontation zweier ungleicher Männer, die miteinander in Zwangsabhängigkeit verbunden sind, mit Fragen nach dem Sinn des Daseins und der Möglichkeit eines intensiveren Lebens jenseits normaler Angestelltenexistenz verknüpft. Virtuos spielt der Film mit dem Licht und kreiert präzise, zugleich lyrische Bilder, die vieles nur andeuten und doch oft mehr zeigen, als man sieht. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
COLLATERAL
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2004
Regie
Michael Mann
Buch
Stuart Beattie
Kamera
Dion Beebe · Paul Cameron
Musik
James Newton Howard · Tom Rothrock
Schnitt
Jim Miller · Paul Rubell
Darsteller
Tom Cruise (Vincent) · Jamie Foxx (Max) · Jada Pinkett-Smith (Annie) · Mark Ruffalo (Fanning) · Peter Berg (Richard Weidner)
Länge
120 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Thriller

Heimkino

Während die Standard Edition nur den sehr informativen und analytischen Audiokommentar des Regisseurs aufweist, enthält die Special Edition zudem u.a. ein ausführliches, wenig werbelastiges "Making of" (41 Min.), eine im Film nicht verwendete Szene (2 Min.) sowie ein originell und eindrücklich konzipiertes Feature, in dem Probeaufnahmen der beiden Hauptdarsteller mit den fertigen Filmszenen kompiliert werden. Die Edition ist mit dem Silberling 2005 ausgezeichnet. Die 2010 erschiene BD enthält die mit der Special Edition vergleichbaren Extras.

Verleih DVD
Paramount (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Paramount (16:9, 2.35:1, dts-HDMA engl., DD5.1 dt.)
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Diskussion
Einmal, während das Auto, in dem über die Hälfte des Films spielt, durch die Stadt gleitet, wird das Gespräch der beiden Hauptfiguren unterbrochen. Stille kehrt ein, der Wagen muss bremsen. Man sieht nur Palmen, die im blauen Licht der urbanen Nacht fast surreal anmuten. Für einen Augenblick ist es ganz still. In diese Stille hinein kreuzen einige Koyoten die Fahrbahn; ihre Augen glühen im Scheinwerferlicht; im nächsten Augenblick sind sie wieder verschwunden. Eine märchenhafte Szene. Keine der beiden Protagonisten verliert ein Wort über die Tiere, der Film geht weiter auf seiner Fahrt durch die Nacht, bis zum Morgen. Ein Augenblick des Innenhaltens, der viel verrät über das Kino von Michael Mann.

Max ist Taxifahrer in Los Angeles. Die Kamera zeigt die ersten Stunden seines Arbeitstages, eine Fahrt zur Tankstelle, unterschiedliche Fahrgäste und ihre jeweiligen Launen, es läuft verschiedene Musik. Man merkt, dass der Schwarze ein guter, genauer Beobachter ist, dessen Blicke aufmerksam die Gäste im Rückspiegel mustern; offensichtlich ist er intelligent und ein wenig unterfordert in seinem Job. Max scheint dies selbst zu spüren. Voller Sehnsucht betrachtet er gelegentlich eine Ferienpostkarte, träumt sich weg aus seinem Alltag. Dann steigt am Flughafen eine junge Frau im Businessanzug ein: Annie. Alles, was sie ausstrahlt, ist „toughe“ Professionalität. An Max’ Blick kann man sehen, dass sie ihm gefällt, und bald beginnen beide ein Gespräch, das zunächst spielerisch, dann immer ernster über Smalltalk hinaus geht und Klassen- und Bildungsschranken für einen Moment aufhebt.

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