Frau fährt, Mann schläft

Drama | Deutschland 2004 | 122 Minuten

Regie: Rudolf Thome

Die Familie eines Philosophie-Professors, seiner Frau und ihrer vier Kinder, die ohnehin nur für eine Fernseh-Talkshow vordergründig die Fassade alltäglichen Glücks aufrecht erhält, gerät durch den Tod des ältesten Sohnes in eine schwere Krise. Ein subtiler, darstellerisch hervorragender Film über die Brüchigkeit des Glücks, der sich über das Ehedrama zur komplexen philosophischen Studie weitet. Rudolf Thome ermöglicht einen präzisen Blick in seine phänomenologische Poetik und verhandelt zugleich ebenso ernsthaft wie distanziert-amüsiert "letzte Dinge" im Rhythmus von Werden und Vergehen. (Der zweite Teil der mit "Rot und Blau", 2003, begonnenen "Zeitreisen"-Trilogie von Rudolf Thome.) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2004
Regie
Rudolf Thome
Buch
Rudolf Thome
Kamera
Michael Wiesweg
Musik
Katia Tschemberdi
Schnitt
Dörte Völz
Darsteller
Hannelore Elsner (Dr. Sue Süssmilch) · Karl Kranzkowski (Prof. Anton Bogenbauer) · Markus Perschmann (Thomas) · Kathleen Fiedler (Sue Two) · Joya Thome (Laura)
Länge
122 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama
Diskussion
„Alles, was du in den letzten zwei Jahren nicht angefasst hast, kann weg“, rät der pragmatische Philosophie-Professor Anton seiner umzugsunwilligen Frau Sue, die sich nicht von Dingen trennen mag. So liegt über dem Beginn eine leise Melancholie, die mehr von Abschied als von Aufbruch erzählt. Die Familie Bogenbauer-Süssmilch zieht von der Peripherie direkt dorthin, wo man „ganz dicht am richtigen Leben“ ist, wie Tochter Laura sagt. Routiniert und mit mildem Spott reagiert Anton auf seine gereizte Frau. Kein Wunder, schließlich hat man es hier mit „Deutschlands glücklichster Familie“ zu tun; als solche tritt die sechsköpfige Familie in einer Fernseh- Talkshow auf und schlägt sich angesichts der professionellen Oberflächlichkeit des Moderators Harald Flickschuster mehr als wacker.

Anton Bogenbauer, Sue Süssmilch, Harald Flickschuster – wenn Figuren solche Namen tragen, befindet man sich mitten im Universum von Rudolf Thome, in dem man türkische Haushälterinnen und italienische Freundinnen hat, morgens fünf Tageszeitungen liest und über „Weltformeln“ und die „absolute Wahrheit des Universums“ nachdenkt. „Frau fährt, Mann schläft“ erzählt von der Brüchigkeit und bestenfalls kurzfristig zu stabilisierenden Erfahrung von Glück. Allzu glücklich ist „Deutschlands

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