Die fetten Jahre sind vorbei

Drama | Deutschland/Österreich 2004 | 129 Minuten

Regie: Hans Weingartner

Zwei junge Männer kämpfen als moderne Robin Hoods gegen soziale Ungleichheit. Sie brechen in die Berliner Villen der Reichen ein und hinterlassen dort Botschaften, die den Besitzern klar machen sollen, dass "die fetten Jahre vorbei" sind, in denen man ohne schlechtes Gewissen im Luxus schwelgen konnte. Als die Freundin des einen mit dem anderen anbandelt, kommt es zu Verwicklungen - emotionaler Natur, weil sich ein Dreiecksverhältnis entspinnt, aber auch praktisch, denn das Trio endet unversehens als Entführer eines Managers in den Bergen. Engagierte, in der zweiten Hälfte inszenatorisch nicht mehr ganz so geglückte Filmerzählung über drei jugendliche Rebellen, die vor allem dank großartiger Darsteller überzeugt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI
Produktionsland
Deutschland/Österreich
Produktionsjahr
2004
Regie
Hans Weingartner
Buch
Hans Weingartner · Katharina Held
Kamera
Matthias Schellenberg · Daniela Knapp
Musik
Andreas Wodraschke
Schnitt
Dirk Oetelshoven · Andreas Wodraschke
Darsteller
Daniel Brühl (Jan) · Julia Jentsch (Jule) · Stipe Erceg (Peter) · Burghart Klaußner (Hardenberg) · Peer Martiny (Villenbesitzer)
Länge
129 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Die Standard Edition enthält keine bemerkenswerten Extras. Die umfangreiche "Deluxe Edition" (2 DVDs) beinhaltet hingegen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und der Co-Autorin Katharina Held, einen wenig werbelastiges "Making Of" (23 Min.) sowie einem Feature mit zwanzig im Film nicht gezeigten Szenen (41 Min.).

Verleih DVD
Universum (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
So schön, schön war die Zeit“, raunt es beschwörend aus dem Kassettenrecorder, während zwei junge Männer in ihrem Kleinbus durchs Berlin der Gegenwart kreuzen. Freddy Quinn landete vor nahezu 50 Jahren mit „Heimweh“ seinen ersten großen Schlager-Hit, als er von „brennend heißem Wüstensand“ sang und klagte: „Viele Jahre schwere Fron, harte Arbeit, karger Lohn; tagaus, tagein, kein Glück, kein Heim; alles liegt so weit, so weit.“ Irgendwo zwischen nostalgischer Verklärung, lustvoll-renitenter Parodie und der eigenen diffusen Weltverlorenheit treibt es Jan und Peter, beide etwa Mitte 20 und nicht minder heimatlos, durch die moderne Großstadt, mal vehement gegen Kinderarbeit in der Dritten Welt demonstrierend, mal wütend aktiv, wenn ein schwarz fahrender Obdachloser der brutalen Macht zweier Fahrkartenkontrolleure ausgeliefert ist. Abseits solch sporadischer Aktionen am Tage führen die beiden nachts jedoch ein subversives Doppelleben: Sich selbst als „Die Erziehungsberechtigten“ etikettierend, brechen sie nach präzise ausgearbeiteter Recherche in Zehlendorfer Luxusvillen ein – freilich nicht um zu stehlen, sondern um die verreisten Bewohner bei deren Rückkehr in tiefe Beunruhigung zu stürzen. Dazu derangieren sie die üppig angehäuften Luxusgüter zu kreativ-chaotischen Kunstobjekten, türmen Stühle übereinander, stopfen Porträt

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