Vera Drake

Drama | Großbritannien/Frankreich/Neuseeland 2004 | 125 Minuten

Regie: Mike Leigh

Eine selbstlose Engländerin nimmt in den 1950er-Jahren als "Engelmacherin" in London heimlich Abtreibungen vor, bis eines Tages die Polizei vor ihrer Tür steht und die Wahrheit ans Licht kommt, was für sie und ihre ahnungslose Familie schmerzhafte Folgen hat. Historisch distanziertes Sozialdrama, das Abtreibungsgegnern wie -befürwortern Argumente zur Hand gibt und viele unbequeme Fragen formuliert. Im Detail steckt der Film freilich voller Klischees, die insbesondere in der theatralischen Darstellung der Hauptdarstellerin das sorgfältig austarierte Gleichgewicht der Inszenierung stören und die Glaubwürdigkeit des melodramatischen Martyriums untergraben. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
VERA DRAKE
Produktionsland
Großbritannien/Frankreich/Neuseeland
Produktionsjahr
2004
Regie
Mike Leigh
Buch
Mike Leigh
Kamera
Dick Pope
Musik
Andrew Dickson
Schnitt
Jim Clark
Darsteller
Imelda Staunton (Vera) · Phil Davis (Stan) · Richard Graham (George) · Eddie Marsan (Reg) · Anna Keaveney (Nellie)
Länge
125 Minuten
Kinostart
03.02.2005
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Verleih DVD
Concorde/Eurovideo (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt., dts dt.)
DVD kaufen
Diskussion
Mehr als drei Jahrzehnte ist es her, dass 374 Frauen, darunter auch einige Prominente, im „Stern“ bekannten: „Ich habe abgetrieben.“ Die Geschichte der Abtreibung und der damit verbundenen Frage nach dem Stellenwert des ungeborenen Lebens reicht jedoch ungleich weiter zurück. Aristoteles behauptete, männliche Föten seien ab dem 40. Tag beseelt, weibliche hingegen erst am 80. Tag. Im Mittelalter galten Abtreibungen als vorsätzliche Tötungen, heimlich durchgeführt wurden sie dennoch. Zu keiner Zeit konnten kirchliche oder staatliche Verbote verhindern, dass verzweifelte Frauen versuchten, ungewollte Schwangerschaften zu beenden, zum Teil mit abenteuerlichen Methoden und oft mit „Hilfe“ von anderen Frauen: Hebammen, Kräuterkundlerinnen. Vera Drake, die Titelheldin von Mike Leighs Drama, wandelt im Nachkriegs-England der 1950er-Jahre auf den Spuren dieser „Engelmacherinnen“, ohne sich selbst als eine solche wahrzunehmen. Alles, was sie zu tun glaubt, ist „jungen Frauen helfen, die in Schwierigkeiten sind“. Die historische Distanz, die Leigh mit weichem Licht und getragenen Farben nostalgisch inszeniert, erlaubt es ihm, grundlegende Fragen aufzuwerfen, ohne sich zu aktuellen Debatten äußern zu müssen. Dennoch scheut sich Leigh nicht, dessen Film Abtreibungsbefürw

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren