The Woodsman

Drama | USA 2004 | 88 Minuten

Regie: Nicole Kassell

Ein aus der Haft entlassener Kinderschänder meidet jeden Kontakt mit der Umwelt. Er bezieht eine Wohnung gegenüber einer Schule, was einen argwöhnischen Kommissar auf den Plan ruft. Als er sich auf eine Beziehung zu einer neuen Arbeitskollegin einlässt, scheinen die Weichen gestellt zu sein. Das Drama nimmt weitgehend die Erzählperspektive seines Protagonisten ein und versinnbildlicht dessen Versuchungen mit allzu dick aufgetragenen Signalen. Dabei wird das heikle Thema des Films eher metaphorisch verschleiert und lediglich angedeutet.

Filmdaten

Originaltitel
THE WOODSMAN
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2004
Regie
Nicole Kassell
Buch
Steven Fechter · Nicole Kassell
Kamera
Xavier Pérez Grobet
Musik
Nathan Larson
Schnitt
Lisa Fruchtman · Brian A. Kates
Darsteller
Kevin Bacon (Walter) · Kyra Sedgwick (Vickie) · Eve (Mary-Kay) · Mos Def (Sgt. Lucas) · David Alan Grier (Bob)
Länge
88 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen dt. untertitelbaren Audiokommentar der Regisseurin sowie ein Feature mit drei im Film nicht verwendeten Szenen (8 Min.).

Verleih DVD
Universum (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Kinderschänder sind seit Jahren medial allgegenwärtig und begegnen einem auch im Kino mit unangenehmer Regelmäßigkeit. Ihre Verbrechen entziehen sich indes der Darstellung, die Übernahme der Täterperspektive ist tabu. Die Folge ist eine triviale Dämonisierung, die sogar in hochkarätigen Filmen wie Clint Eastwoods „Mystic River“ (fd 36 231) den Kindesmissbrauch aufs Klischee des unsagbar Bösen reduziert. Dass man durch dunkle Andeutungen genötigt wird, sich die ausgesparten Schandtaten selbst auszumalen, ist erst recht fragwürdig. Insofern ist es legitim, den Blickwinkel zu wechseln und wie in „The Woodsman“ eine Täterfigur in den Mittelpunkt zu stellen, zumal Distanz angesichts des Unbehagens, das solch eine Erzählperspektive bereitet, fast von selbst entsteht. Besonders diffizil wird solch ein Ansatz, sobald ein potenzielles kindliches Opfer in den Blick gerät. Doch Regisseurin Nicole Kassell beweist in dieser Hinsicht sicheres

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