- | USA 2005 | 124 Minuten

Regie: Frank Miller

Drei düstere Pulp-Stories voller Sex, Mord und Machismo als formal bislang gelungenste Ausgestaltung einer Comic-Vorlage im Medium Film: betont cool, sexy, brutal und zynisch entfalten sich die ineinander verschachtelten Episoden, die ihre scherenschnittartig skizzierten Antihelden in eine weitgehend monochromatische Parallelwelt katapultieren. Der filmische "Comic noir" besticht durch eine faszinierende künstliche Oberfläche, die das Versprechen der digitalen Postmoderne wunderbar einlöst, zugleich aber durch seine nihilistische Grundhaltung massiv vor den Kopf stößt.

Filmdaten

Originaltitel
SIN CITY | FRANK MILLER'S SIN CITY
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2005
Regie
Frank Miller · Robert Rodriguez · Quentin Tarantino
Buch
Frank Miller
Kamera
Robert Rodriguez
Musik
Robert Rodriguez · John Debney · Graeme Revell
Schnitt
Robert Rodriguez
Darsteller
Bruce Willis (Hartigan) · Mickey Rourke (Marv) · Jessica Alba (Nancy Callahan) · Clive Owen (Dwight) · Nick Stahl (Roark jr./Yellow Bastard)
Länge
124 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 18; f

Heimkino

Die Standardausgabe (VÖ: 2005) hat keine erwähnenswerten Extras. Die DVD (VÖ: 2008) und die BD enthält neben der Kinofassung des Films den so genannten XXL-Recut, in dem die in der Kinoversion ineinander verwobenen, nun mitunter erweiterten Kurzgeschichten separat und in einem Stück angewählt werden können. Die Gesamtlänge des Films verändert sich hierbei auf 136 Min. (DVD, 25 B/s) und 142 Min. (BD, 24 B/s). Die Extras von BD und DVD umfassen hier u.a. einen dt. untertitelbaren Audiokommentar mit den Regisseuren Robert Rodriguez und Frank Miller, einen dt. untertitelbaren Audiokommentar mit Robert Rodriguez und Quentin Tarantino sowie diverse Kurzfeatures zu Teilaspekten des Films. Die BD enthält zudem eine Audiodeskription für Sehbehinderte. BD und DVD (XXL-Recut) sind mit dem "Silberling" 2009 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Buena Vista (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Buena Vista (16:9, 2.35:1, dts-HD engl., dts dt.)
DVD kaufen
Diskussion
Die Möglichkeiten, mit dem Computer Bilder fotorealistisch zu manipulieren und digitale Effekte in Filmsequenzen einzubinden, lenkte in den 1990er-Jahren das Augenmerk einer neuen Generation von Regisseuren auf das Potenzial der Comic-Adaption. Endlich waren technische Barrieren beseitigt, um Schauspieler in die Rolle jener Superhelden mit ihren den Naturgesetzen trotzenden Fähigkeiten schlüpfen zu lassen. Dieser Umstand bescherte dem Kino jedes Jahr mehrere, zumeist lukrative Comic-Verfilmungen. Doch die technischen Innovationen übersetzten noch nicht die narrativen Konventionen der Bildgeschichten. Filme wie „Daredevil“ (fd 25 858), „Elektra“ (fd 36 956) oder „X-Men“ (fd 34 428) gestalten die Charaktere und Handlungselemente entsprechend des traditionellen Hollywood-Films. Das Potenzial, die ästhetische und dramaturgische Quelle der Comics mit ihren Brüchen, Reduktionen und Extravaganzen anzuzapfen, blieb bis dato weitgehend ungenutzt. Mit „Sin City“ bricht sich nun das Comic als ernstzunehmendes Portfolio für eine filmische Transferleistung Bahn. Bezeichnenderweis

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