Die große Stille

Dokumentarfilm | Deutschland 2005 | 167 Minuten

Regie: Philip Gröning

Die "Grande Chartreuse", das Ursprungskloster der Karthäusermönche nahe Grenoble, ist ein Ort jenseits der Zeit, an dem die Mönche ihre Tage in tiefstem Schweigen verbringen. Diesem radikalen Lebensentwurf versucht die filmische Form gerecht zu werden. Mit ähnlicher Kargheit und Strenge lässt sich der experimentelle Dokumentarfilm auf das Leben der Mönche ein, auf ihr Beten und Alleinsein, ihre Arbeit, aber auch auf die Momente der Gemeinschaft. Der weitgehend wortlose, ganz dem rituellen Dasein der Mönche gewidmete Film verzichtet auf jede Information über den kontemplativen Orden und bringt durch die Bild- und Tongestaltung den sinnlichen Eindruck einer radikalen, unzeitgemäßen Existenzform nahe. (Kinotipp der katholischen Filmkritik) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Philip Gröning
Buch
Philip Gröning
Kamera
Philip Gröning
Schnitt
Philip Gröning
Länge
167 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Dokumentarfilm

Heimkino

Verleih DVD
Warner (16:9, 1.78:1, DD5.1 frz.)
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Diskussion
Wer Schwimmen lernt will, muss sich irgendwann ins tiefe Wasser wagen. Alles Wissen über Dichte und Auftrieb, Atmung und Technik ersetzt nicht den einen Moment, in dem man sich vom Ufer abstößt und dem unbekannten Element überlässt. Mit Philip Grönings „Die große Stille“ mag es geneigten Zuschauern nicht anders ergehen: Auch hier wartet ein unbekanntes Terrain, das sich mental nur fragmentarisch erschließen lässt und dessen Wegzeichen zudem leicht in die Irre führen. Denn der 160-minütige Film widmet sich den Karthäusern, einem kontemplativen Orden, der nach frühmittelalterlichen Regeln ein strenges Leben abseits der Welt führt. Die ungewöhnliche Länge wie auch der poetische Titel deuten an, dass es sich hier um keine Dokumentation im traditionellen Sinne handelt. Vielmehr stimmt bereits die Eingangssequenz auf das ungewöhnliche Sujet ein: Wenn sich die Augen allmählich an das nächtliche Restlicht gewöhnt haben, zeichnen sich die Umrisse eines knienden Mönches ab, der regungslos ins Gebet versunken scheint. Im Vordergrund knackt ab und an Holz in einem eisernen Ofen – sonst passiert nichts. Nach einer kleinen Ewigkeit hört man eine Turmuhr schlagen. Der Mann erhebt sich und schlägt mit weit ausholenden Bewegungen ein Kreuz, dann rafft er seine Kutte und verschwindet aus dem Blickfeld der starren Kamera. Obwohl sich die folgenden Szenen fast zu einer kleinen Chronologie reihen, bleibt ihr nicht-narra

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