Elementarteilchen

Drama | Deutschland 2005 | 113 Minuten

Regie: Oskar Roehler

Zwei Halbbrüder lernen sich erst als Heranwachsende kennen, gehen dann aber getrennte Wege, um sich als Enddreißiger wieder zu begegnen. In ihren Beziehungen zu zwei sehr unterschiedlichen Frauen wird ihre Liebesunfähigkeit deutlich, die sich in Verzweiflung, Aggressivität und Lebensunfähigkeit äußert. Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michel Houellebecq, die weniger die kulturpessimistischen Weitungen der Vorlage als primär die seelische Befindlichkeit der Protagonisten ausloten will. Ein inszenatorisch etwas zu glatter, vor allem in der ersten Hälfte überdeutlicher Parforce-Ritt durch die Tiefen menschlicher Abgründe, der durch das hervorragende und engagierte Schauspieler-Ensemble überzeugt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2005
Regie
Oskar Roehler
Buch
Oskar Roehler
Kamera
Carl-Friedrich Koschnick
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Peter R. Adam
Darsteller
Moritz Bleibtreu (Bruno) · Christian Ulmen (Michael) · Martina Gedeck (Christiane) · Franka Potente (Annabelle) · Nina Hoss (Jane)
Länge
113 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Highlight (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Wer Oskar Roehler kennt, weiß um sein Faible für drastische Gefühls- und Sexszenen, mit denen er – wie in „Der alte Affe Angst“ (fd 35 906) – schockiert. Verständlich, dass er eine Seelenverwandschaft zu Frankreichs literarischem „enfant terrible“ Michel Houellebecq empfindet. Sich an die Verfilmung von dessen Skandalroman „Elementarteilchen“ zu wagen, verlangt Mut – vielleicht auch den Mut, sich zu verheben. Roehler, erklärter Liebhaber von „zwischenmenschlichem Wildwuchs“, wirft einen Blick in verwüstete Seelenlandschaften. Die beiden Protagonisten sind Halbbrüder, aufgewachsen bei den Großeltern und von der Hippie-Mutter vernachlässigt. Erst als Heranwachsende lernen sie sich kennen. Während Michael Djerzinski als Molekularbiologe Karriere macht und seine Triebe in der Forschung befriedigt, geilt sich Bruno Klement, verkrachter Schriftsteller und Literaturlehrer, an jungen Mädchen auf; als seine Ehe zerbricht, begibt er sich in psychiatrische Behandlung. Am Totenbett der Mutter begegnen sich die verkorksten Enddreißiger. Michael hat inzwischen seinen Job quittiert, um ein Jahr lang nachzudenken. Rückblenden

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