Das Fräulein

- | Deutschland/Schweiz 2006 | 90 Minuten

Regie: Andrea Staka

Eine 50-jährige Serbin führt in Zürich eine Betriebskantine und hat sich eine unabhängige Existenz aufgebaut. Mehr erwartet sie vom Leben nicht, anders als ihre langjährige Angestellte, eine Kroatin, die sich in Tagträume vom eigenen Haus in der alten Heimat rettet, anders auch als eine junge Bosnierin, die in Sarajevo den Krieg erlebte, auf der Flucht vor einer tödlichen Krankheit ist und ihr Leben bis zum letzten Atemzug auskosten will. Die Geschichte dreier Frauen mit gemeinsamen Wurzeln, aber ohne Heimatgefühl, in einer eigenwilligen, sehr schönen Bildsprache: Schärfe wechselt mit Unschärfe, lenkt den Blick auf die genaue Beobachtung von Details im grauen Züricher Alltag, was den Film ebenso wie das sensible Spiel der Darstellerinnen zu etwas Besonderem macht. (O.m.d.U.) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
DAS FRÄULEIN
Produktionsland
Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr
2006
Regie
Andrea Staka
Buch
Andrea Staka
Kamera
Igor Martinovic
Musik
Peter von Siebenthal · Till Wyler · Daniel Jakob
Schnitt
Gion-Reto Killias
Darsteller
Mirjana Karanovic (Ruza) · Marija Skaricic (Ana) · Ljubica Jovic (Mila) · Oliver Zgorelec (Geigenspieler) · Andrea Zogg (Franz)
Länge
90 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Diskussion
Das „Fräulein“ heißt Ruza und ist eine 50-jährige Serbin. Ruza kam in jungen Jahren in die Schweiz, beseelt vom Traum von einem besseren Leben. Die Frau aus dem Osten führt nun eine Betriebskantine im Westen von Zürich und hat sich durch viel harte Arbeit und noch mehr Selbstdisziplin eine unabhängige, finanziell gesicherte Existenz aufgebaut. Mehr, denkt Ruza, kann sie vom Leben nicht erwarten; denn sie will nichts geschenkt, nicht einmal das Fleisch auf „Kosten des Hauses“ von ihrem Metzger. Ruza ist eine von der Liebe enttäuschte Frau, die vor mehr als 30 Jahren von ihrer großen Liebe versetzt wurde und diesen Schmerz nie überwunden hat. Anders als ihre langjährige Angestellte – die einzige Verheiratete im Film –, die Kroatin Mila, die sich aus ihrem tristen Kantinenalltag in Tagträume von einer Zukunft im mühsam abgesparten Haus in ihrer alten Heim

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