Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Musical | USA/Großbritannien 2007 | 116 Minuten

Regie: Tim Burton

Ein um seine Freiheit und seine Familie betrogener Barbier kommt nach Jahren in seine Heimatstadt London zurück, um sich an seinem Peiniger, einem drakonischen Oberrichter, zu rächen. Seine Verbitterung richtet sich indes bald gegen die gesamte Stadt. Unterstützt wird er von einer Pastetenbäckerin, die die Überreste der zahlreichen Opfer seiner marodierenden Mordgelüste auf unappetitliche Art "entsorgt". Ganz in der Tradition des "Grand Guignol"-Theaters fürs Kino adaptiertes Erfolgsmusical von Stephen Sondheim, das sein äußerst blutiges Sujet genüsslich ausspielt und, wenn auch im Einsatz genuin filmischer Erzählmittel zurückhaltend, dank eines versierten Ensembles an prominenten "Laien-Sängern" morbide und mitreißend zugleich unterhält. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SWEENEY TODD: THE DEMON BARBER OF FLEET STREET
Produktionsland
USA/Großbritannien
Produktionsjahr
2007
Regie
Tim Burton
Buch
John Logan
Kamera
Dariusz Wolski
Musik
Stephen Sondheim
Schnitt
Chris Lebenzon
Darsteller
Johnny Depp (Sweeney Todd) · Helena Bonham Carter (Mrs. Lovett) · Alan Rickman (Richter Turpin) · Timothy Spall (Beadle) · Sacha Baron Cohen (Pirelli)
Länge
116 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Musical

Heimkino

Die Standardedition enthält als Bonus lediglich die Dokumentation "Burton+Depp+Carter = Todd". Die Special Edition (2 DVDs) besticht durch die wertige Aufmachung, das umfangreiche Booklet (36 Seiten) sowie die drei Dokumentationen "Burton+Depp+Carter = Todd" (26 Min.), "Musikalische Körperverletzung: Sondheims Sweeney Todd" (12 Min.) und "Grand Guignol: Eine Theater-Tradition" (19 Min.). Die BD ist von der Aufmachung sehr schlicht (ohne Booklet) gehalten, enthält dafür u.a. noch ein weiteres "Making Of" ("HBO First Look", 24 Min.). Die Special Edition und die BD sind mit dem Silberling 2008 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Warner (16:9, 1.78:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Warner (16:9, 1.78:1, DTrueHD engl., DD5.1 dt.)
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Diskussion
Musicals haben Hochkonjunktur – nur nicht in den deutschen Kinos! Während auf den hiesigen Bühnen jedes prominente Singspiel für ausverkaufte Häuser sorgt, vereinen die fünf Leinwand-Musicals der letzten zwei Jahre kaum 600.000 Zuschauer auf sich – und das trotz „Oscar“-Gewinnern wie „Dreamgirls“ (fd 38 022) oder Starvehikel wie „Hairspray“ (fd 38 301). Keine guten Voraussetzungen für „Sweeney Todd“ – vielleicht resultiert daher die etwas seltsame Marketingkampagne des Verleihs, in dessen Trailer zum Film alles Mögliche passiert, nur möglichst wenig Gesang. Dabei ist „Sweeney Todd“ ein Musical wie es im Buche steht. Stephen Sondheim, einer der renommiertesten zeitgenössischen Musical-Komponisten Nordamerikas, vertonte 1979 den Stoff, der höchstwahrscheinlich eine Groschenroman-Serie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Vorbild hat. Die Musikwelt zählt das mit neun Tonys ausgezeichnete Werk zu Sondheims Meisterstücken und zu den Top-Musicals überhaupt. In zweieinhalb Stunden geben die Sänger 24 Songs zum Besten und lassen nicht allzu viel Raum für gesprochene Dialoge; vier der Arien und Duette sind, zumindest im englischsprachigen Raum, veritable Evergreens.

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