Eine blassblaue Frauenschrift

- | Österreich/Italien 1984 | 119/122 (2 Teile) Minuten

Regie: Axel Corti

Wien 1936: Am Tage seines 48. Geburtstags erhält ein hoher Beamter des Unterrichtsministeriums mit der üblichen Glückwunschpost auch einen Brief von seiner jüdischen Ex-Geliebten, die ihn bittet sich für einen elfjährigen jüdischen Jungen zu verwenden, der in Deutschland keine Schule mehr besuchen darf. Zunächst starr vor Angst, spielt er später mit dem Gedanken, sich zu seinem vermeintlichen Sohn zu bekennen und ergreift während einer Kabinettssitzung Partei für einen jüdischen Universitätsprofessor. Zuhause gelingt es ihm, seine durch den Brief und seinen vermeintlichen Sinneswandel eifersüchtig gewordene Frau zu besänftigen, doch als er bei einem Treffen mit der ehemaligen Geliebten erfährt, dass der Junge nicht sein Sohn ist, fällt er in sein opportunistischen Verhalten zurück, lässt den Professor fallen und setzt sein selbstgenügsames Leben fort. Zweiteilige Franz-Werfel-Verfilmung, die Antisemitismus, Faschismus und bürgerlichen Kleinmut anprangert und ein stimmiges Bild der geistigen Lage in Deutschland und Österreich in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zeichnet. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
EINE BLASSBLAUE FRAUENSCHRIFT
Produktionsland
Österreich/Italien
Produktionsjahr
1984
Regie
Axel Corti
Buch
Kurt Rittig
Darsteller
Friedrich von Thun (Leonidas Tachezy) · Gabriel Barylli (junger Leonidas) · Krystyna Janda (Amélie) · Friederike Kammer (Vera) · Rudolf Melichar (Dr. Wormser)
Länge
119
122 (2 Teile) Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.

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