Nach der Musik

Dokumentarfilm | Deutschland 2007 | 105 Minuten

Regie: Igor Heitzmann

Der Regisseur folgt den Spuren seines Vaters, dem österreichischen Dirigenten Otmar Suitner, der von den 1960er- bis zu den 1980er-Jahren in der DDR die Orchester von Dresden und Berlin leitete, in Ost-Berlin kinderlos verheiratet war und mit seiner West-Berliner Geliebten ein Kind zeugte. Der sehr persönliche Blick auf ein Kapitel deutsch-deutsche (Familien-)Geschichte zeichnet mit Archivaufnahmen, Gesprächen und Konzertmitschnitten das sympathische Porträt des Musikers. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2007
Regie
Igor Heitzmann
Buch
Igor Heitzmann
Kamera
Rali Raltschew · Hoyte van Hoytema
Schnitt
Inge Schneider
Länge
105 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.
Genre
Dokumentarfilm

Diskussion
„Nein“, sagt der alte Dirigent, „so darfst Du den Taktstock nicht halten“, und nimmt ihn dem Sohn aus der Hand. Wie ein verlängerter Arm müsse das Instrument ergriffen werden, „wie ein Holzarm eigentlich“, erklärt Otmar Suitner vom Ohrensessel aus. Dann kehren sich die Rollen um und Suitner singt, summt, krächzt eine Mozart-Ouvertüre, während sein Sohn den Takt dazu schlägt. „Was für ein langsamer ‚Figaro‘, mein Gott“, stöhnt Suitner, lacht aber dabei. Im Wohnzimmer sitzt kein grantelnder Orchester-Erzieher, sondern der lebenserfahrene, motivierende, zärtliche Vater. Es ist ein bewegender Moment in Igor Heitzmanns schönem Porträt des Vaters und Dirigenten; vielleicht auch, weil spürbar wird, dass die Nähe zwischen Vater und Sohn nicht immer gegeben war. Ihre Zuneigung scheint eher etwas Gewachsenes. „Er war ein Wochenendvater“, sagt Heitzmann. Andere Väter und Söhne entfremden sich mit der Zeit, diese haben zueinander gefunden. Otmar Suitners Hände zittern. Parkinson. In den frühen 1990er-Jahren hat ihn die Krankheit gezwungen, mit dem Dirigieren aufzuhören. Es war das Ende

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