Dr. Alemán

- | Deutschland 2008 | 103 Minuten

Regie: Tom Schreiber

Ein deutscher Medizinstudent absolviert sein praktisches Jahr in der kolumbianischen Millionenstadt Cali. Dabei gerät er mehr und mehr in den Sog der (Straßen-)Gewalt, die ihn magisch anzieht. Der in hohem Tempo erzählte Film stellt in keiner Weise die Frage nach dem "Warum" und liefert somit auch keine Motivation, die die unaufhaltsame Verwahrlosung seines Protagonisten erklären könnte. Mit Sinn für Details und Gespür für das Milieu inszeniert, wird die angestrebte Lebensnähe in der zweiten Hälfte einem Thriller-Kompromiss geopfert, der mit einer Romantisierung des Elends einher geht.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2008
Regie
Tom Schreiber
Buch
Oliver Keidel
Kamera
Olaf Hirschberg
Musik
Josef Suchy
Schnitt
Andreas Wodraschke
Darsteller
August Diehl (Marc) · Marleyda Soto (Wanda) · Andrés Parrra (Héctor Lúis) · Hernán Méndez (Dr. Méndez) · Victor Villegas (El Juez)
Länge
103 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16

Diskussion
Wem alle vertrauten Sicherheiten im Chaos einer fremden Welt davonschwimmen, der ist nicht zu beneiden. Da kommen nicht selten Charaktereigenschaften zum Tragen, die sich für den Betroffenen selbst als völliges Neuland erweisen können: Verunsicherung und Selbsterforschung in der Fremde ist daher ein dankbares Kinothema. Kein Wunder, dass der junge deutsche Film sich neuerdings erfreulich oft über nationale Grenzen hinweg bewegt. Zuletzt ließ Robert Thalheim in „Am Ende kommen Touristen“ (fd 38 281) seinen jungen Zivildienstleistenden am Bahnhof von Auschwitz ankommen und in die Seele des unbekannten Nachbarn hineinhorchen. Nun kommt August Diehl am Flughafen von Cali, Kolumbien, ähnlich ahnungslos an, nur dass seine Lehrzeit in Sachen fremde Kulturen in einen Höllentrip mündet. Schuld daran ist die zweifelhafte Besonderheit der Millionenstadt. Au

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