Wiedersehen mit Brideshead

Drama | Großbritannien 2008 | 133 Minuten

Regie: Julian Jarrold

Adaption von Evelyn Waughs gleichnamigem Roman, der ein Porträt der britischen Upper Class zwischen den beiden Weltkriegen entwirft. Der Film verdichtet die vielfältigen Beziehungen der Hauptfigur, eines angehenden Malers, zu der adligen Familie Marchmain auf eine spannungsgeladene ménage à trois. Dramaturgisch stimmig und mit einer ruhigen Bildsprache gelingt eine überzeugende Lesart des Klassikers, die mit ihrem geschickt eingegrenzten Mikrokosmos die Atmosphäre der Zeit und den Diskurs über den Zusammenbruch alter Wertesysteme angesichts des epochalen Wandels spiegelt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
BRIDESHEAD REVISITED
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2008
Regie
Julian Jarrold
Buch
Andrew Davies · Jeremy Brock
Kamera
Jess Hall
Musik
Adrian Johnston
Schnitt
Chris Gill
Darsteller
Matthew Goode (Charles Ryder) · Ben Whishaw (Sebastian Flyte) · Hayley Atwell (Julia Flyte) · Emma Thompson (Lady Marchmain) · Michael Gambon (Lord Marchmain)
Länge
133 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung
Diskussion
Julian Jarrolds Adaption von Evelyn Waughs 1944 erschienenem Roman „Wiedersehen mit Brideshead“ ist vor allem eine Wohltat für die Augen: Der Blick kann sich ausruhen in den weiten Landschaften um das Anwesen der britischen Adelsfamilie Marchmain, im Park mit dem italienischen Brunnen, in den schattigen, von Gemälden geschmückten Hallen, auf den geschmackvollen Kostümen. Wie Waughs Prosa entwerfen diese Bilder Schloss Brideshead als eine Welt von ausgesuchter äußerer Schönheit – und atmen zusammen mit der Hauptfigur Charles Ryder eine leise Trauer darüber, dass die Menschen, die dieses Arkadien in den 1920er- und 1930er-Jahren bewohnen, es nicht mehr recht mit Leben füllen können. Charles, der Mittelklasse-Sohn und angehende Maler, der mit offenen Augen die Schönheit sieht, wird verwickelt in den Niedergang einer Familie, der die Bürde strenger Frömmigkeit förmlich das Blut abschnürt. Neben den Bildern, die sanfte, gedämpfte Farben bevorzugen, trägt auch die Erzählform einen elegischen Ton in den Film: Wie

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