Lulu & Jimi

Komödie | Deutschland/Frankreich 2008 | 95 Minuten

Regie: Oskar Roehler

Die Tochter einer bankrotten Fabrikantenfamilie in einer Provinzstadt verliebt sich in den 1950er-Jahren in einen schwarzen US-Amerikaner - sehr zum Unwillen ihrer dominanten Mutter, die dem flüchtenden Liebespaar sogar einen Killer auf den Hals hetzt. Schrille, überzeichnete Mischung aus Melodram und Komödie, inszeniert als Hommage auf David Lynch und seinen Film "Wild at Heart". Ausgeprägtes Lichtdesign, markante Darsteller und überspitzte Genremuster verorten Oskar Roehlers sehr persönlichen Film in einer bunten Pop-Märchenwelt, aus der sich freilich keine Aussagen über die Wirklichkeit in den 1950er-Jahren ableiten lassen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LULU & JIMI
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2008
Regie
Oskar Roehler
Buch
Oskar Roehler
Kamera
Wedigo von Schultzendorff
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Bettina Böhler
Darsteller
Jennifer Decker (Lulu) · Ray Fearon (Jimi) · Katrin Saß (Gertrud, Lulus Mutter) · Rolf Zacher (Lulus Vater / Daddy Cool) · Udo Kier (Chauffeur Schultz)
Länge
95 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Komödie | Melodram

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (2 Min.).

Verleih DVD
X-Verleih/Warner (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Abtreibung und Flucht, ein skrupelloser Killer und eine Haftstrafe, eine Hitchcocksche Übermutter und ein schwacher Vater, der gleichwohl als Mann im Mond das Firmament ziert, ein schwarzer Liebhaber, Blut, Gewalt und reine Liebe – Oskar Roehler, dieser radikale Erkunder menschlicher Gefühlswelten, treibt die Genremuster des Melodrams mit seinem neuen Film bewusst auf die Spitze und mutet dem Zuschauer einiges zu: schrill, radikal und sehr kitschig. Zum kunterbunten Hintergrund seiner überlebensgroßen Liebesgeschichte hat Roehler die 1950er-Jahre gewählt, die in der Rückschau als Inbegriff des Restaurativen und Konservativen gelten, als Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, aber auch der Verdrängung von Faschismus und Weltkrieg. „Diese Zeit war eine goldene Ära, in der Rohstoffe und Gefühle noch reichlich bzw. ungebrochen vorhanden waren, eine Zeit des Überflusses, die von unerhörter Unschuld und einer unbändigen Lebensgier beseelt war. Alles war irgendwie ,groß‘: die Musik, die Leidenschaften, die Liebe!“, postulier

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