Swing Vote - Die beste Wahl

Komödie | USA 2008 | 115 Minuten

Regie: Joshua Michael Stern

Ein allein erziehender Vater in New Mexico soll neu wählen, weil sein Wahlzettel bei der Stimmabgabe für den US-Präsidenten falsch registriert wurde. Angesichts der Patt-Situation zwischen republikanischem Präsidenten und demokratischem Herausforderer wird er zum Zünglein an der Waage. Unterhaltsame Komödie um einen unbedarften Menschen, der mit seiner geradlinigen Art die große Welt der Politik an Werte wie Moral und Aufrichtigkeit erinnert. Satirische Elemente verzahnen sich stimmig mit der dezent rührselig gefärbten Vater-Tochter-Geschichte zum soliden Mix aus Melodram und Satire. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
SWING VOTE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2008
Regie
Joshua Michael Stern
Buch
Jason Richman · Joshua Michael Stern
Kamera
Shane Hurlbut
Musik
John Debney
Schnitt
Jeff McEvoy
Darsteller
Kevin Costner (Bud Johnson) · Madeline Carroll (Molly Johnson) · Paula Patton (Kate Madison) · Kelsey Grammer (Präsident Andrew Boone) · Dennis Hopper (Donald Greenleaf)
Länge
115 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Komödie | Melodram

Heimkino

Verleih DVD
Splendid (1:2,35/16:9/Dolby Digital 5.1)
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Diskussion
Frank Capra lässt grüßen: „Swing Vote“ erzählt die Geschichte eines unbedarften, etwas schlichten Menschen, den es ins Zentrum der Macht verschlägt – und der mit seiner geradlinigen Art die große Welt der Politik an Werte wie Moral und Aufrichtigkeit erinnert. Kevin Costner spielt diesen Bud, wobei man ihm anmerkt, wie viel Spaß ih m die Verkörperung dieser White-Trash-Figur macht: Mit viel machohafter Gesichtsakrobatik und prolligem Gefläze stellt er den Trailerpark-Bewohner dar, der sich von einem Capra-Protagonisten wie Mr. Deeds oder Mr. Smith zumindest dadurch unterscheidet, dass er moralisch durchaus angreifbar ist. Denn Bud ist ein Säufer und ein ziemlich verantwortungsloser allein erziehender Vater. Seinen Fließbandjob nimmt er ebenso wenig ernst wie seine Rolle als politischer Bürger. Alles in allem: ein katastrophales Vorbild für seine zwölfjährige Tochter. Sympathisch findet man ihn trotzdem. Eine reichlich konstruierte Verkettung von Zufällen vermerkt Buds Wahlzettel bei der Stimmabgabe für den US-Präsidenten als falsch registriert – weshalb ihm eine Frist von zehn Tagen eingeräumt wird, den Urnengang zu wiederholen. Entscheidend daran ist die Patt-Situation zwischen republikanischem Präsidenten und demokratischem Herausforderer: Bud ist das sprichwörtliche Zünglein an der Waage, er darf (oder muss) über den mächtigsten Mann der Welt entscheiden. Weshalb das Dörfchen Texico in New Mexico bald von den Medien, den Wahlkampfteams und den Kandidaten selbst überrannt wird. Was „Swing Vote“ für schöne Seitenhiebe auf Medien- wie Politikbetrieb nutzt: Die beiden Kandidaten entpuppen sich als hochgradig opportunistisch. Kaum hat Bud einen vagen Halbsatz zum Thema Schwangerschaftsabbruch von sich gegeben, distanziert sich der Liberale in einem grotesken Werbespot auch schon von Abtreibungen. Äußert sich Angelfreund Bud positiv über die Natur, stoppt der amtierende wirtschaftsorientierte Präsident umgehend ein Bauprojekt auf der grünen Wiese. Diese satirischen Elemente verzahnen sich stimmig mit der nur dezent rührselig gefärbten Vater-Tochter-Geschichte. Man schaut dem Mix aus Melodram und Satire deshalb gerne zu, namentlich seinen Hauptdarstellern Kevin Costner sowie Madeline Carroll als Buds neunmalkluge Tochter. Umso enttäuschender gerät das Ende von „Swing Vote“, das man so oder so ähnlich schon viele Male zu hören bekam – übrigens nicht zuletzt bei Capra – nur besser.
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