Ricky - Wunder geschehen

- | Frankreich 2008 | 90 Minuten

Regie: François Ozon

Eine Fabrikarbeiterin, alleinerziehende Mutter einer Tochter, lernt einen Mann kennen und erwartet bald ein Baby von ihm. Mit der Geburt droht der Stress das Familienidyll zu zerreißen, vor allem, als Beulen auf dem Rücken des Kindes auf eine Misshandlung hindeuten. Doch dann wachsen dem Baby kleine Flügel. Der Film spielt zunächst geschickt den Reiz der Themenkollisionen aus, doch schon bald machen die kapriziösen Genreübungen die sorgfältig etablierte Konstellation zwischen sozialrealistischem Drama und fantastischen Elementen zunichte. Ausflüge ins Komödiantische geraten klamottig und albern, bevor der Film auch noch zur mystischen Abhandlung über das heilige Wunder der Mutterschaft gerinnt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
RICKY
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2008
Regie
François Ozon
Buch
François Ozon
Kamera
Jeanne Lapoirie
Musik
Philippe Rombi
Schnitt
Muriel Breton
Darsteller
Alexandra Lamy (Katie) · Sergi Lopez (Paco) · Mélusine Mayance (Lisa) · Arthur Peyret (Ricky) · André Wilms (Arzt)
Länge
90 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Verleih DVD
Concorde (16:9, 1.85:1, DD5.1 frz./dt., dts dt.)
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Diskussion
Wenn ein Film von François Ozon wie ein Sozialdrama beginnt, gibt es allen Grund, misstrauisch zu werden. Immerhin ist der französische Regisseur für sein Spiel mit der Kinogeschichte bekannt. Seine Pastiches zelebrieren das Jonglieren mit Zitaten, Genres und visuellen Stilen – und zwar jenseits von postmoderner Ironie oder purem Virtuosentum. Das Schöne an Ozons referenziellem Kino ist sein affirmativer Bezug zu den angeeigneten filmischen Vorlagen, wobei der Zuschauer eingeladen wird, dieses Bewegung mitzuvollziehen – sein Film „Angel“ (fd 38 263) ist das gelungenste Beispiel dafür. In „Ricky“, der Adaption einer Kurzgeschichte von Rose Tremain, ebnet Ozon zunächst den Weg für ein klassisches Sozialdrama mit allen Ingredienzien, die scheinbar dazu gehören: eine alleinerziehende Mutter, das Sozialamt, der Fabrikjob, die Wohnung in einer anonymen Hochhaussiedlung. Katie und ihre Tochter Lisa sind die Protagonisten dieses Setting

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