Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

Drama | Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien 2009 | 144 Minuten

Regie: Michael Haneke

Ein Dorf im Nordosten Deutschlands wird 1913/14 von rätselhaften Zwischenfällen heimgesucht. Rückschauend erinnert sich der Lehrer in einer chronikhaften Off-Erzählung an die gewaltsamen Vorkommnisse, deren Hintergründe nie geklärt werden. In konzentrierten Schwarz-Weiß-Bildern entwirft Michael Haneke mit großer erzählerischer Meisterschaft das Bild eines gespenstischen Mikrokosmos, der so sehr auf Abhängigkeit, Angst und Unterwerfung gebaut ist, dass der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wie ein Ventil erscheint. Ein visuell und inszenatorisch bestechendes Drama über die Genese einer autoritätshörigen Gesellschaft aus dem Geist preußisch-protestantischer Untugenden. (Kinotipp der katholischen Filmkritik) - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LE RUBAN BLANC | DAS WEISSE BAND
Produktionsland
Deutschland/Österreich/Frankreich/Italien
Produktionsjahr
2009
Regie
Michael Haneke
Buch
Michael Haneke
Kamera
Christian Berger
Schnitt
Monika Willi
Darsteller
Leonie Benesch (Eva) · Josef Bierbichler (Gutsverwalter) · Rainer Bock (Arzt) · Christian Friedel (Lehrer) · Burghart Klaußner (Pastor)
Länge
144 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Historienfilm

Heimkino

Die Standardausgabe enthält keine erwähnenswerten Extras. Deluxe Edition (2 DVDs) und BD enthalten indes das Porträt "Michael Haneke - Ma vie" (50 Min.) sowie ein ausführliches "Making Of" "Fragmente der Chronologie einer Dreharbeit" (39 Min.). Nur diese Editionen sind mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Warner/X-Verleih (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Warner/X-Verleih (16:9, 1.85:1, dts-HDMA engl./dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Die Stimme aus dem Off kommt von weit her, aus einer fernen, fremden und doch seltsam vertraut erscheinenden Zeit, was unter anderem auch am altväterlichen Tonfall des Erzählers liegt, der sich an Ereignisse am Vorabend des Ersten Weltkriegs erinnert: Mit seiner chronikhaften Schilderung will der betagte Lehrer jedoch weniger seine eigenen Erlebnisse rekapitulieren, als vielmehr ein „erhellendes Licht“ auf die Gegenwart werfen. Ort des Geschehens ist ein protestantisches Dorf im Nordosten Deutschlands, das im Sommer 1913 von einer Reihe seltsamer Unfälle und Gewalttaten aufgeschreckt wird. Es beginnt mit dem drastischen Sturz des Arztes, dessen Pferd beim Ausreiten über ein zwischen den Bäumen gespanntes Seil stolpert, wodurch sich der Arzt das Schlüsselbein bricht. Wer und warum dem Mediziner etwas antun wollte, bleibt ein Rätsel. Dann kommt die Frau eines Kleinbauern im Sägewerk zu Tode. Ein Unglück, für das ihr ältester Sohn den Gutsherrn verantwortlich macht, von dem viele am Ort abhängig sind. Aus Rache verwüstet er am Erntedank-Sonntag den Kohlgarten des Guts. Als auch noch ein Kind des Barons vermisst und erst am nächsten Morgen schwer misshandelt nach Hause gebracht wird, gerät das soziale Leben in Aufruhr. Der Baron setzt den Hauslehrer, das Kindermädchen und die Tochter des verwitweten Kleinbauern vor die Tür, mit drastischen Folgen für deren Familien. Seine eigene F

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto

Kommentieren