Ein Prophet

Drama | Frankreich/Italien 2009 | 155 Minuten

Regie: Jacques Audiard

Ein französischer Kleinkrimineller kommt im Gefängnis in Kontakt mit der korsischen Mafia und erlernt die Spielregeln des organisierten Verbrechens. Der Mikrokosmos des Gefängnisses spiegelt wie in einem Brennglas die (Macht-)Verhältnisse außerhalb. Ohne viele Dialoge oder Erklärungen zu den Hintergründen wird über die physische Präsenz der Darsteller, ihre Gesten und eine prägnante Rauminszenierung meisterhaft ein krimineller "Erziehungsroman" entworfen, wobei die Entwicklung der Hauptfigur den Niedergang des "klassischen" Gangstertums und die Herausbildung eines neuen Typus von Gangster reflektiert, dem alte Zugehörigkeiten und ideologische Verwurzelungen fremd sind. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
UN PROPHÈTE
Produktionsland
Frankreich/Italien
Produktionsjahr
2009
Regie
Jacques Audiard
Buch
Thomas Bidegain · Jacques Audiard
Kamera
Stéphane Fontaine
Musik
Alexandre Desplat
Schnitt
Juliette Welfling
Darsteller
Tahar Rahim (Malik) · Niels Arestrup (César Luciani) · Adel Bencherif (Ryad) · Reda Kateb (Jordi) · Hichem Yacoubi (Reyeb)
Länge
155 Minuten
Kinostart
11.03.2010
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Gefängnisfilm

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs, des Co-Drehbuchautors Thomas Bidegain und des Darstellers Tahar Rahim sowie ein Feature mit vier im Film nicht verwendeten Szenen (11 Min.).

Verleih DVD
Sony (16:9, 1.85:1, DD5.1 frz./dt.)
Verleih Blu-ray
Sony (16:9, 1.85:1, dts-HDMA frz./dt.)
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Diskussion
Für welche Verbrechen der 19-jährige Malik El Djebena konkret zu den sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde, die zu seiner Ausbildung dienen, wird im neuen Film von Jacques Audiard („Der wilde Schlag meines Herzens“, fd 37 225) explizit ausgespart. Man ist gezwungen, einige im Lauf des Films ausgeteilte Indizien und Informationen zu deuten: Malik ist ein Waisenkind mit Heim-Karriere und hat sich, so hat es zumindest den Anschein, bislang mit Kleinkriminalität durchgeschlagen: keine Bildung, keine Religion, keine Identität, keine familiären oder kulturellen Wurzeln. Allerdings dauert es nicht lange, bis sich die brutalen, bestens vernetzten korsischen Mafiosi um den mächtigen César Luciani den zunächst überforderten Malik ausgeguckt haben, um einen ausgehandelten Mord an einem Mithäftling zu begehen, der als Zeuge der

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