Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Biopic | Deutschland/Frankreich 2009 | 111 Minuten

Regie: Margarethe von Trotta

Filmbiografie der um das Jahr 1100 geborenen Mystikerin, Klostergründerin, Medizinerin und Künstlerin Hildegard von Bingen. Das Leben und Wirken der schon zu Lebzeiten als Heilige verehrten Frau wird vom Eintritt ins Kloster bis zum Sterbebett begleitet. Das Drehbuch gesteht der Figur Ecken und Kanten zu; allerdings wird für die Würdigung Hildegards als komplexer Charakter ein hoher Preis gezahlt, denn dramaturgisch schafft es der Film nicht, die vielen Facetten seiner Hauptfigur zu einem lebendigen Porträt zu bündeln. Das Ergebnis ist ein filmischer Parcours durch eine außergewöhnliche Vita, der zwar viele Fakten vermittelt, dabei aber weitgehend papieren und blutleer bleibt. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
2009
Regie
Margarethe von Trotta
Buch
Margarethe von Trotta
Kamera
Axel Block
Musik
Chris Heyne · Hildegard von Bingen
Schnitt
Corina Dietz
Darsteller
Barbara Sukowa (Hildegard von Bingen) · Heino Ferch (Mönch Volmar) · Hannah Herzsprung (Richardis von Stade) · Alexander Held (Abt Kuno) · Lena Stolze (Jutta)
Länge
111 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.
Genre
Biopic

Diskussion
Obwohl eine der prominentesten Frauengestalten der Kirchengeschichte und schon zu Lebzeiten verehrt, wurde Hildegard von Bingen (1098-1179) nie heilig gesprochen. Auch ein Ende der 1970er-Jahre gestellter Antrag, Hildegard als Kirchenlehrerin anzuerkennen, befindet sich nach wie vor in der Prüfphase. Für die (Glaubens-)Praxis scheinen diese Formalia aber nicht allzu schwer zu wiegen: Das katholische Brauchtum und die Eingliederung in den Kanon haben der Ende des 11. Jahrhunderts geborenen Mystikerin längst den Status einer Heiligen zugebilligt. Nicht heilig, aber doch heilig: Vielleicht ist diese Ambivalenz für die Äbtissin eine treffende Charakterisierung, die die Demut als Tugend pries, gleichzeitig aber geschickt ihre Handlungsspielräume ausreizte und sich einen Wirkungskreis als Predigerin, Prophetin und Naturwissenschaftlerin erschloss, der ihr Einfluss und Achtung bescherte. Der Antrag auf Hildegards Würdigung als Kirchenlehrerin stammt von der Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauenverbände, die, inspiriert von der Frauenbeweg

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