Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

Krimi | USA 2009 | 122 Minuten

Regie: Werner Herzog

Ein von chronischen Schmerzen sowie Drogenmissbrauch gezeichneter Polizist soll im vom Hurrikan "Katrina" gezeichneten New Orleans einen Mordfall an einer Familie illegaler Immigranten aufklären. Zwar beweist er trotz seines schlechten Zustands erstaunliche Ermittler-Qualitäten, dennoch droht er sich in einem Netz aus Korruption, organisiertem Verbrechen und Gewalt zu verfangen - nicht zuletzt wegen eigener illegaler Fehltritte. Aus Abel Ferraras Drama um Schuld und Vergebung ("Bad Lieutenant", 1992) macht Werner Herzog einen ins Sardonische spielenden Genrefilm über die Absurdität, aber auch die Schönheit einer unberechenbaren Welt. In den Krimistoff bezieht er dabei immer wieder bildgewaltige, zwischen Dokumentarismus und Surrealismus oszillierende Momente "ekstatischer Wahrheit" mit ein. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
THE BAD LIEUTENANT: PORT OF CALL - NEW ORLEANS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2009
Regie
Werner Herzog
Buch
William M. Finkelstein
Kamera
Peter Zeitlinger
Musik
Mark Isham
Schnitt
Joe Bini
Darsteller
Nicolas Cage (Terence McDonagh) · Eva Mendes (Frankie Donnenfield) · Val Kilmer (Stevie Pruit) · Alvin "Xzibit" Joiner (Big Fate) · Fairuza Balk (Heidi)
Länge
122 Minuten
Kinostart
25.02.2010
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Krimi

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. BD und Special Edition (2 DVDs) enthalten ein ausführliches "Making Of" (31 Min.) sowie etliche Interviews, wobei jenes mit Darstellerin Eva Mendes (16 Min.) das ausführlichste ist.

Verleih DVD
Splendid (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Splendid (16:9, 1.85:1, dts-HD engl./dt.)
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Diskussion
Werner Herzog meldet sich mit einem eigensinnigen Meisterwerk auf den deutschen Kinoleinwänden zurück. Für den wüst-existenzialistischen Gott- und Sinnsucher Abel Ferrara, der 1992 das Original „Bad Lieutenant“ (fd 30 227) ins Kino brachte, hat er dabei nur ein Lachen übrig. Nicht sonderlich klug gewählt ist der deutsche Untertitel „Cop ohne Gewissen“, der eine wertende Lesart vorgibt, während der englische Originaltitel lediglich eine konkrete Bestimmung des Handlungsorts meint: „Port of Call – New Orleans“. Das heruntergekommene Setting der von „Katrina“ gezeichneten Südstaaten-Metropole ist präzise gewählt, denn die Welt ist bei Herzog wirklich aus den Fugen, während bei Abel Ferrara seinerzeit noch die „Seelenpein“ und die Erlösung des Individuums im Mittelpunkt standen. Ferrara näherte sich der selbstzerstörerischen Egozentik seines von Harvey Keitel verkörperten „Bad Lieutenant“ gewissermaßen mimetisch und produzierte eine tiefkatholische Intensität, die den Film für viele Zuschauer wortwörtlich unerträglich machte. Werner Herzog, der nach eigenen Angaben Ferraras Film nicht gesehen hat, legt nun eine Neu-Interpretation des Stoffs vor, die fast wie eine menschenfeindliche Parodie auf Ferrar

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