Historienfilm | Deutschland/Frankreich/Spanien/Österreich 2009 | 154 (TV 180) Minuten

Regie: Jo Baier

An zwei Romane von Heinrich Mann angelehnter Historienfilm um Aufstieg und Tod des Königs Heinrich IV. von Frankreich. Manns politisch aufgeladene Lesart des Stoffes spielt dabei ebenso wenig eine Rolle wie der Versuch, diese neu aufzuarbeiten; vielmehr erschöpft sich der Film in dramaturgisch notdürftig zusammengehaltenen, reißerischen Szenen von Gemetzel und Ausschweifungen, festgemacht an klischeehaften, von überwiegend chargierenden Schauspielern dargestellten und oft unfreiwillig komischen Figuren. Trotz des hohen Budgets scheitert der Film auch als Ausstattungskino und vermag der historischen Epoche keine Textur zu verleihen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
HENRI 4 | HENRI IV. | HENRI QUATRE
Produktionsland
Deutschland/Frankreich/Spanien/Österreich
Produktionsjahr
2009
Regie
Jo Baier
Buch
Jo Baier · Cooky Ziesche
Kamera
Gernot Roll
Musik
Hans Zimmer · Henry Jackman · Jordi Savall
Schnitt
Alexander Berner · Claus Wehlisch
Darsteller
Julien Boisselier (Henri Quatre) · Joachim Król (Agrippa) · Roger Casamajor (Rosny) · Armelle Deutsch (Margot) · Chloé Stefani (Gabrielle)
Länge
154 (TV 180) Minuten
Kinostart
04.03.2010
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Historienfilm | Literaturverfilmung

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. Special Edition (2 DVDs) und BD überzeugen durch eine Reihe von Kurz-Dokumentationen über die Buch-Adaption, die Kulissen, die Action-Sequenzen, die Filmmusik und das Sounddesign (insgesamt: 95 Min.). BD und Special Edition sind mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Senator/Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Senator/Universum (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt./frz.)
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Diskussion
Man glaubt kein Wort in dieser Verfilmung der beiden Heinrich-Mann-Romane „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ und „Die Vollendung des Königs Henri Quatre“. Deren Vorlage bildet jener berühmte Fürst (1553-1610) aus der Zeit der französischen Religionskriege, der als Führer der protestantischen Hugenotten und Prinz von Navarra nach dem Aussterben der Linie der Valois als Henri IV. zum König der Franzosen wurde. Dem volkstümlichen Henri gelang es, den konfessionellen Bürgerkrieg einzudämmen, in fundamentalistischen Zeiten eine hochmoderne religiöse Toleranzpolitik durchzusetzen und mit dem „Edikt von Nantes“ institutionell zu verankern. In einem realpolitischen Mittelweg zwischen dem Radikalismus der Hugenotten wie dem der Katholischen Liga führte er die Trennung von Staat und Kirche herbei. Heinrich Mann schrieb seine Romane im Exil in den 1930er-Jahren unter offenem Verweis auf den Faschismus und die Bedrohung der Demokratien. In „Henri Quatre“ sc

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