Robin Hood (2010)

Abenteuer | USA/Großbritannien 2010 | 140 Minuten

Regie: Ridley Scott

Ein im Gefolge von Richard Löwenherz von dessen glücklosen Feldzügen im Heiligen Land zurückgekehrter englischer Bogenschütze versucht, seine Landsleute vor der Ausbeutung durch die Krone wie auch vor einer Invasion der Franzosen zu retten. Aufwändiger Abenteuerfilm, der den bislang vorherrschenden Robin-Hood-Mythos phasenweise konterkariert, indem er einen desillusioniert-grimmigen Blick auf eine Zeit brachialer Schlachten und politischer Ungerechtigkeiten wirft. Dramaturgisch zwar weniger dicht als frühere Filme Ridley Scotts, unterhält er durch seinen freien epischen Atem, den ambivalenten Umgang mit den Schlachtspektakeln sowie den stimmigen politischen Subtext. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
ROBIN HOOD
Produktionsland
USA/Großbritannien
Produktionsjahr
2010
Regie
Ridley Scott
Buch
Brian Helgeland
Kamera
John Mathieson
Musik
Marc Streitenfeld
Schnitt
Pietro Scalia
Darsteller
Russell Crowe (Robin Hood) · Cate Blanchett (Maid Marian) · William Hurt (Willam Marshall) · Max von Sydow (Sir Walter Loxley) · Matthew MacFadyen (Sheriff von Nottingham)
Länge
140 Minuten
Kinostart
13.05.2010
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Abenteuer | Historienfilm

Heimkino

Die Extras der DVD (Director's Cut) umfassen u.a. ein Feature mit elf im Film nicht verwendeten Szenen (13 Min.). Die BD enthält die Kinofassung (140 Min.) und den Director's Cut (156 Min.), nicht aber die nicht verwendeten Szenen. Nur die BD "2 Disc Special Edition" enthält beide Fassungen, die nicht verwendeten Szenen und zudem noch die fundierte Dokumentation "Sich erheben, immer wieder: Das Making of von Ridley Scott's Robin Hood" (103 Min.). Nur diese BD Edition ist mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Universal (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
I-On (16:9, 1.78:1, DD5.1 jap./dt.)
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Diskussion

Ridley Scott scheint der Politik zu misstrauen. Ob in „Der Mann, der niemals lebte“ (fd 39 010) in Form eines Polit-Thrillers um den Anti-Terror-Krieg der USA, in „Königreich der Himmel“ (fd 37 038) und „Gladiator“ (fd 34 276) in Form von historischen Epen oder in „Black Hawk Down“ (fd 35 269) in Form eines Kriegsfilms: Immer wieder geht es in seinen Filmen um Helden, die von der Politik, von den Repräsentanten der Staatsmacht in Krisensituationen im Stich gelassen und betrogen werden oder die sich angeekelt abwenden, weil sie die Machtspiele der herrschenden Elite nicht mit ihrem Ehrenkodex vereinbaren können. Die falsche Moral, dass der Zweck die Mittel heiligt, ist diesen Figuren fremd: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

Ein aufrechter Mann (oder eine aufrechte Frau) darf und muss zum Gesetzlosen werden, wenn die Staatsmacht in den Händen von Schurken liegt und das Gesetz als Mittel der Tyrannei missbraucht wird: Dass Scott sich zu Robin Hood hingezogen fühlt, liegt angesichts dieser Vorliebe auf der Hand, ist der englische Volksheld doch eine Galionsfigur für jenes unbestechliche Ethos. Vielleicht liegt es an dieser Affinität, dass Scotts Zugriff auf das Robin-Hood-Genre weniger überraschend und

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