Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes

Gangsterfilm | Italien/Frankreich/Rumänien 2010 | 128 Minuten

Regie: Michele Placido

Der Film über die "Karriere" eines berüchtigten Verbrechers im Italien der 1970er-Jahre entfaltet eine elliptische Chronik, die von Überfällen, Gefängnisaufenthalten und Bandenkämpfen erzählt. Der nostalgische Glamour der Mailänder Unterwelt wird dabei durch lakonische Montagen konterkariert, was dem Film eine spannungsvolle Ambivalenz verleiht. Ohne den Anspruch, eine psychologische Analyse der Figuren oder eine gesellschaftliche Einordnung ihrer Taten zu liefern, entsteht ein sperriges, mitunter fahrig wirkendes Bild einer von Machismo, Gier und Gewalt geprägten Welt, die wie ein dunkler Spiegel die kapitalistische Bürgergesellschaft Italiens während der 1970er-Jahre reflektiert. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
VALLANZASCA - GLI ANGELI DEL MALE
Produktionsland
Italien/Frankreich/Rumänien
Produktionsjahr
2010
Regie
Michele Placido
Buch
Michele Placido · Kim Rossi Stuart · Antonio Leotti · Toni Trupia · Andrea Leanza
Kamera
Arnaldo Catinari
Musik
Negramaro
Schnitt
Consuelo Catucci
Darsteller
Kim Rossi Stuart (Renato Vallanzasca) · Filippo Timi (Enzo) · Moritz Bleibtreu (Sergio) · Valeria Solarino (Consuelo) · Paz Vega (Antonella D'Agostino)
Länge
128 Minuten
Kinostart
24.02.2011
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Gangsterfilm

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs (jedoch nur zum ersten Drittel des Films) sowie ein Feature mit vier so im Film nicht verwendeten Szenen (7 Min.).

Verleih DVD
Fox (16:9, 2.35:1, DD5.1 ital./dt.)
Verleih Blu-ray
Fox (16:9, 2.35:1, dts-HDMA ital., dts dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Als Darsteller begegnet man Michele Placido gelegentlich noch auf deutschen Leinwänden (zuletzt in „Die Unbekannte“, fd 38 739, und „Baarìa“, fd 39 845); dass er seit den 1990er-Jahren auch als Regisseur eine feste Größe im italienischen Film ist, gerät hierzulande aus dem Blickfeld: Seine letzten Filme liefen zwar auf europäischen Festivals, hatten aber keinen deutschen Kinostart. Dabei ist sein Werk durchaus interessant – dank der Hartnäckigkeit, mit der er Gewaltstrukturen der italienischen Gesellschaft abklopft. Nachdem Placido zunächst in neorealistischer Manier Opfer familiärer und gesellschaftlicher Macht in den Mittelpunkt stellte („Der lange Weg nach Norden“, 1990, „Endstation Mord“, 1992), konzentrierte er sich später auf Figuren, die innerhalb einer maroden, von Korruption und der Klüngelei zwischen Politik, Wirtschaft und Mafia geprägten Gesellschaft ihren (mitunter moralisch fragwürdigen) Weg machen wollen. Seine späteren Filme waren auch „Historienfilme“, die sich in die 1960er- oder 197

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren