Wer wenn nicht wir

Drama | Deutschland 2010 | 125 Minuten

Regie: Andres Veiel

Spielfilm über die Beziehung von Gudrun Ensslin zum Schriftsteller Bernward Vesper sowie die Genese des Links-Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland der 1960er- und 1970er-Jahre. Angereichert mit Archivmaterial zum zeitgeschichtlichen Hintergrund, entwirft er ein Porträt, das vor allem auf die intellektuellen Spannungen fokussiert. Eindringlich und überzeugend gespielt, gibt der Film einen facettenreichen Einblick in seinen Gegenstand, wobei er allerdings manche Unschärfen aufweist. Über das Faktische hinaus gelingt es zudem nicht immer ganz überzeugend, das Lebensgefühl der Protagonisten und ihrer Zeit einzufangen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2010
Regie
Andres Veiel
Buch
Andres Veiel
Kamera
Judith Kaufmann
Musik
Annette Focks
Schnitt
Hansjörg Weissbrich
Darsteller
August Diehl (Bernward Vesper) · Lena Lauzemis (Gudrun Ensslin) · Alexander Fehling (Andreas Baader) · Thomas Thieme (Will Vesper) · Imogen Kogge (Rose Vesper)
Länge
125 Minuten
Kinostart
10.03.2011
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Historienfilm

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar mit dem Regisseur und dem Produzenten Thomas Kufus.

Verleih DVD
Senator/Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Senator/Universum (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Gemeinhin illustriert man die Genese des Linksterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Hinweis auf drei Ereignisse: die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg am Abend des 2. Juni 1967, die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung am 2. April 1968 sowie das Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968. Dazu zeigt man Bilder vom Vietnam-Krieg, demonstrierende junge Menschen, Jubelperser, die mit Dachlatten auf Demonstranten einschlagen, und einen wild gestikulierenden Rudi Dutschke. Je nach Gemütslage eignet sich als Soundtrack entweder „Street Fighting Men“ der Rolling Stones, „Revolution“ von den Beatles oder, etwas melancholischer, „For what it’s worth“ von Buffalo Springfield. So weit, so bekannt – bei Stefan Austs „Der Baader Meinhof Komplex“ nachzulesen und in der gleichnamigen Verfilmung (fd 38 920) zu bestaunen. Bei Aust kann man auch auf wenigen Seiten nachlesen, wovon Andres Veiels erster Spielfilm handelt. Für den Dokumentaristen Veiel, der sich bereits wiederholt mit der Materie auseinander gesetzt hat, war allerdings ein anderes Buch wichtiger: Gerd Koenens „Vesper Ensslin Baader“ (2003), das in einer Reihe von Tiefenbohrungen die Entstehung des linken Terrorismus offen zu legen vers

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