Das Schmuckstück

Komödie | Frankreich 2010 | 103 Minuten

Regie: François Ozon

In den 1970er-Jahren muss die Ehefrau eines cholerischen Fabrikanten nach dessen Erkrankung just in dem Moment die Leitung der Firma übernehmen, als die Mitarbeiter wegen ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse auf die Barrikaden gehen. Bald kommt sie selbst auf den Geschmack von Macht und Selbstbestimmung, beweist aber auch Sinn für soziale Gerechtigkeit. Nach der Genesung ihres Mannes weigert sie sich, wieder ins Glied zu treten. Eine lustvoll mit Überspitzungen arbeitende Emanzipationskomödie, gestaltet als liebenswürdige Hommage an "klassische" amerikanische und französische Film-Musicals, die über ihre nostalgischen Qualitäten aber auch durch den auf die Gegenwart abzielenden politischen Biss überzeugt. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
POTICHE
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
2010
Regie
François Ozon
Buch
François Ozon
Kamera
Yorick Le Saux
Musik
Philippe Rombi
Schnitt
Laure Gardette
Darsteller
Catherine Deneuve (Suzanne Pujol) · Gérard Depardieu (Maurice Babin) · Fabrice Luchini (Robert Pujol) · Karin Viard (Nadège) · Judith Godrèche (Joëlle Pujol)
Länge
103 Minuten
Kinostart
24.03.2011
Fsk
ab 6; f (DVD ab 0)
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Komödie

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein sehr ausführliches "Making Of" (72 Min.) sowie ein Feature mit im Film nicht verwendeten Szenen (21 Min.).

Verleih DVD
Concorde/Eurovideo (16:9, 1.78:1, DD5.1 frz./dt., dts dt.)
Verleih Blu-ray
Concorde/EuroVideo (16:9, 1.85:1, dts-HDMA frz./dt.)
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Diskussion
In den letzten Jahren konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich François Ozons exzentrische Referenzspiele mit der Filmgeschichte trotz ihrer zweifellos vergnüglichen Effekte ein wenig im Formalismus erschöpften. Während Komödien wie „Ricky“ (fd 39 278) sich auf selbstzufriedene Experimente mit Zitaten beschränkten, schienen allein die Melodramen für gewichtige Themen vorgesehen zu sein. In „Das Schmuckstück“ kommen nun beide Richtungen wieder überzeugend zusammen: Ozons Begeisterung für Genre-Aneignungen und seine gesellschaftspolitischen Interessen, die er in zwar in der Vergangenheit der späten 1970er-Jahre ansiedelt, aber gleichzeitig clever ins Zeitdiagnostische wendet. 46 Jahre nach Jacques Demys „Die Regenschirme von Cherbourg“ (fd 30 511) – seinerzeit schon eine charmante Hommage an Stanley Donens Musical „Du sollst mein Glücksstern sein“ (fd 1944) – hat sich Catherine Deneuve

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