Eine dunkle Begierde

Drama | Kanada/Deutschland/Großbritannien/Schweiz 2011 | 100 Minuten

Regie: David Cronenberg

Auf einem Theaterstück beruhender Film über die fachliche und persönliche Beziehung von Sigmund Freud, C.G. Jung und Sabina Spielrein, dreier Pioniere der Psychoanalyse. Über die Spannung, die er zwischen der bürgerlichen Lebenswelt der Figuren und ihrer mit dem Mittel der Sprache betriebenen Forschung in den Untiefen der menschlichen Psyche aufbaut, entfaltet er, trügerisch "gediegen" in der Bildsprache, das hintergründige Porträt eines faszinierenden intellektuellen und persönlichen Austauschs, der das Menschenbild seiner Zeit und gesellschaftliche Normen in Frage stellt. Auch dank hervorragender Darsteller werden die Pionierleistungen der drei Wissenschaftler ebenso gewürdigt wie ihre Schwächen ausgelotet. Subtil spiegelt sich dabei der zeitgeschichtliche Rahmen eines Europa am Vorabend des Ersten Weltkriegs. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
A DANGEROUS METHOD
Produktionsland
Kanada/Deutschland/Großbritannien/Schweiz
Produktionsjahr
2011
Regie
David Cronenberg
Buch
Christopher Hampton
Kamera
Peter Suschitzky
Musik
Howard Shore
Schnitt
Ronald Sanders
Darsteller
Michael Fassbender (Carl Jung) · Keira Knightley (Sabina Spielrein) · Viggo Mortensen (Sigmund Freud) · Vincent Cassel (Otto Gross) · Sarah Gadon (Emma Jung)
Länge
100 Minuten
Kinostart
10.11.2011
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama
Diskussion
Eine nach Unheil klingende Musik, dann Bilder einer jungen Frau, die schreiend und völlig aufgelöst in einer dahin rasenden Kutsche verschleppt wird: Der Einstieg in David Cronenbergs Film über Carl Gustav Jung, Sigmund Freud und Sabina Spielrein, Pioniere der Psychoanalyse, signalisiert Gefahr. „A Dangerous Method“ lautet denn auch der Originaltitel, doch entfaltet sich der Eindruck von Bedrohung im Folgenden auf einer unterschwelligen Ebene. Grün sind die Schweizer Wiesen und schimmernd die Wellen des Zürichsees, gediegen die bürgerlichen Wohnstuben und elegant die hellen Kleider der Damen und die Anzüge der Herren: Die Ausstattung und das Setting des zwischen 1904 bis 1912 spielenden „period picture“ sprechen nicht von dunklen Trieben, inneren Abgründen oder Neurosen; auch auf Schockbilder, Gewaltexzesse und die Spiegelung der Innenwelten in surrealen Raumfantasien (wie in seinem Film „Spider“, fd 36 512) verzichtet Cronenberg

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