Lady Vegas

Literaturverfilmung | USA/Großbritannien 2012 | 94 Minuten

Regie: Stephen Frears

Eine junge Frau aus Florida kommt nach Las Vegas, wo sie einen erfolgreichen Wett-Promoter kennen lernt, der sie unter seine Fittiche nimmt. Dank ihres phänomenalen Zahlengedächtnisses steigt sie schnell auf, wird aber von der eifersüchtigen Ehefrau des Mannes ausgebootet und verbündet sich in New York mit dessen schärfstem Konkurrenten. Eine prominent besetzte, dabei gänzlich unkonturierte Verfilmung der Memoiren der Hauptfigur. Das Wettgeschäft wird viel zu oberflächlich erläutert, um dessen dramaturgisches Potenzial auszuschöpfen. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LAY THE FAVORITE
Produktionsland
USA/Großbritannien
Produktionsjahr
2012
Regie
Stephen Frears
Buch
D.V. DeVincentis
Kamera
Michael McDonough
Musik
James Seymour Brett
Schnitt
Mick Audsley
Darsteller
Rebecca Hall (Beth Raymer) · Bruce Willis (Dink Heimowitz) · Catherine Zeta-Jones (Tulip Heimowitz) · Vince Vaughn (Rosie) · Joshua Jackson (Jeremy)
Länge
94 Minuten
Kinostart
19.07.2012
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Universum (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Universum (16:9, 2.35:1, dts-HD engl./dt.)
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Weil ihre Kunden ihr immer unheimlicher werden, gibt die schöne Beth das Strippen auf und reist mit dem Segen ihres Vaters nach Las Vegas, um dort als Kellnerin zu arbeiten. Als lernt sie Dink kennen, der ein kleines, legales Wettbüro leitet. Motiviert und voller Energie, macht Beth sich daran, herauszufinden, wie man Wetten platziert. Ihr gutes Zahlengedächtnis und ihre positive Energie sind dem abergläubischen Dink ein Garant für den schnellen Erfolg. Doch als sich die beiden näher kommen, bittet Dinks Ehefrau Tulip ihn, sich von Beth zu trennen. Es muss ein schweres Unterfangen gewesen sein, die Memoiren von Beth Raymer (geb. 1976) in ein kohärentes Drehbuch zu verwandeln; auch jetzt mäandert die Geschichte noch immer ziemlich ziellos umher. Das Problem scheint dabei die Hauptfigur zu sein: Die von Rebecca Hall gespielte Beth ist attraktiv und arglos – ein fröhliches Mädchen, ohne besondere Qualitäten, aber auch ohne besondere Reize. Es gibt nichts an ihr, was hervorstechen würde; ihr Hauptmerkmal scheint zu sein, dass sie anfangs Dinks Glücksbringer ist. Dink, ein leidenschaftlicher Spieler, der eine scheinbar komplizierte Beziehung mit seiner Ehefrau unterhält, wäre ungleich interessanter. Doch hier geht es nicht um ihn. Regisseur Stephen Frears und sein Drehbuchautor D.V. DeVincentis haben Anfang des Jahrtausends mit „High Fidelity“ (fd 34 344) eine geistreiche Komödie geschaffen, doch all deren Vorzüge fehlen „Lady Vegas“. Das liegt zu einem gewissen Teil wohl schon an der Vorlage. Beth indes ist ein naives, junges Ding, das mehr Glück als Verstand hat, zufällig in ein Gewerbe hineinrutscht und ebenso zufällig damit Erfolg hat. Doch der Film tut sich schwer damit, zu zeigen, was ihr Talent ist. Die Welt der Sportwetten mit ihren Statistiken und Zahlenkolonnen ist nicht die Eingängigste, weshalb es umso mehr verwundert, wie wenig Zeit sich die Inszenierung nimmt, um zu erklären, was im Wettbüro passiert. Insbesondere, weil es so wirkt, als wäre der Film an den Geschehnissen abseits des Büros eigentlich gar nicht interessiert. So verliebt sich Beth in einen jungen Journalisten ohne Merkmale, zieht nach New York und heuert bei Rosie an, einem Konkurrent von Dink, der bewusst illegal und völlig fahrlässig operiert. Ihr wird Verantwortung übertragen – was bedeutet, dass sie einen einzigen Spieler betreut, der sie dann aber auf den Wettschulden sitzen lässt und vorgibt, von den Behörden verfolgt zu werden. Wenn es schließlich zum großen Wiedersehen in New York kommt und sich in einem forcierten Finale alle „Probleme“ in Wohlgefallen auflösen, bleibt man ziemlich unberührt mit der Erkenntnis zurück, dass „Lady Vegas“, trotz seiner hochkarätigen Besetzung kein guter Film ist. Angesichts der ansonsten pointierten und facettenreichen Inszenierungskunst von Stephen Frears enttäuscht „Lady Vegas“ auf ganzer Strecke.
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