Top of the Lake - Staffel 1

Thriller | Neuseeland/Australien/Großbritannien 2013 | 354 (6 x 59) Minuten

Regie: Jane Campion

In einem abgeschiedenen Städtchen in der neuseeländischen Provinz, das von karg-erhabener Berglandschaft geprägt wird, versucht ein zwölfjähriges Mädchen, sich das Leben zu nehmen. Es wird gerettet, verschwindet aber bald darauf spurlos. Der örtliche Polizeichef und eine Spezialistin für Delikte an Kindern will herausfinden, was das Mädchen zum Selbstmordversuch getrieben hat und was aus ihr geworden ist. Dabei geraten sie ins Spannungsfeld unterschiedlicher lokaler Gruppen. Atmosphärisch dichter (Fernseh-)Thriller mit faszinierenden Figuren, der weniger auf einen geradlinig aufgearbeiteten Krimi-Plot als auf eine atmosphärische Inszenierung à la David Lynchs „Twin Peaks“ baut. (Titel der sechs Teile: 1. "Das verkaufte Paradies"/"Paradise Sold"; 2. "Die Suche"/"Searchers Search"; 3. "Am Rande des Universums"/"The Edge Of The Universe"; 4. "Unter dem Regenbogen"/"A Rainbow Above Us"; 5. "Der dunkle Schöpfer"/"The Dark Creator"; 6. "Ohne Abschied"/"No Goodbyes, Thanks!") - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
TOP OF THE LAKE - SEASON 1
Produktionsland
Neuseeland/Australien/Großbritannien
Produktionsjahr
2013
Regie
Jane Campion · Garth Davis
Buch
Jane Campion · Gerard Lee
Kamera
Adam Arkapaw
Musik
Mark Bradshaw
Schnitt
Alexandre de Franceschi · Scott Gray
Darsteller
Elisabeth Moss (Robin Griffin) · Thomas M. Wright (Johnno) · Peter Mullan (Matt) · David Wenham (Al) · Skye Wansey (Grishina)
Länge
354 (6 x 59) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Thriller

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. das "Making of"-Feature: "From the Bottom of the Lake" (51 Min.).

Verleih DVD
Polyband (16:9, 1.78:1, DD2.0 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Polyband (16:9, 1.78:1, dts-HD2.0 engl./dt.)
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Diskussion
Die Landschaft ist überwältigend schön, aber abweisend kalt. In der Abgeschiedenheit der neuseeländischen Provinz Queenstown liegt das kleine Städtchen Laketop am Fuße massiger, fast baumloser Bergrücken. Dominiert wird die Szenerie von einem mächtigen See, dessen Wasser auch im Sommer nicht zum Baden einlädt. In ihm will Tui ihrem Leben ein Ende setzen. Was muss geschehen sein, damit eine 12-Jährige sich zu einem solchen Schritt genötigt sieht? Das Mädchen kann zwar gerettet werden, doch dem örtlichen Polizeichef Al Parker gelingt es nicht, ihre Motive in Erfahrung zu bringen. Robin Griffin, die eigentlich nur ihre kranke Mutter in dieser Gegend besuchen wollte, könnte helfen. Aus beruflichen wie privaten Gründen hatte sie früh ihre Heimat verlassen und sich in Sydney zu einer erfolgreichen Spezialistin für Kriminaldelikte an Kindern ausbilden lassen. Viel Zeit erhält sie jedoch nicht, um sich mit Tuis Beweggründen auseinanderzusetzen. Denn kurz nach dem vermeintlichen Selbstmordversuch verschwindet das Mädchen spurlos. Ein weiteres Detail dieses mysteriösen Falls motiviert Robin dann zum schnellen Handeln: Das Mädchen ist im fünften Monat schwanger. Einziger Hinweis auf einen möglichen Entführer ist ein Zettel, den Tui im Polizeirevier hinterlassen hat; ein Zettel mit der Aufschrift: „NO ONE!“ Bei der sechsteiligen Serie „Top of the Lake“ von Jane Campion darf man keinen geradlinigen Krimi im Stile der augenblicklich so beliebten skandinavischen Schule erwarten. Durch die Co-Produktion scheint vielmehr der monströse Geist von David Lynchs „Twin Peaks“ zu schweben. Je tiefer sich die Ermittlerin in den Fall bohrt, desto mysteriösere Züge nimmt er an. Das liegt vor allem an den grotesken (Rand-)Figuren, die der Mini-Serie einen morbiden Charme verleihen. Etwa eine als Schamanin auftretende mysteriöse Führerin, die sich GJ nennt und eine Landzunge mit Wohncontainern okkupiert hat, um dort mit einer Gruppe traumatisierter Frauen nach Lebenserfüllung zu suchen – und die wie ein Orakel das Schicksal von Tui und Robin begleitet. Oder Tuis Vater Matt, der in den Wäldern einer latent gewalttätigen Sippe vorsteht, die ihren martialischen Vorstellungen von Recht und Ordnung verfolgen. Zwischen diesen beiden Kraftfeldern – voll charismatischer Energie von Holly Hunter und Peter Mullan verkörpert – entwickelt sich ein mitunter elegischer Thriller von intensiver Wirkung und bleibendem Wert.
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