Venezianische Freundschaft

Drama | Italien/Frankreich 2011 | 97 Minuten

Regie: Andrea Segre

Eine chinesische Immigrantin arbeitet in Italien für eine dubiose Organisation, die die Kosten ihrer Einwanderung übernommen hat und verspricht, den Sohn der Frau nachzuschicken, sobald die Schulden getilgt sind. Als sie in einem Fischerörtchen nahe Venedig den Job einer Barfrau übernimmt, entspinnen sich feine Fäden der Freundschaft zu einem selbst vor drei Jahrzehnten emigrierten Fischer, die jedoch an Ressentiments zu zerreißen droht. In unprätentiös-poetischen Bildern erzählt das Spielfilmdebüt von der Hoffnung und den Momenten des Glücks, die eine ausbeuterische Zwangslage erträglicher machen. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
IO SONO LI
Produktionsland
Italien/Frankreich
Produktionsjahr
2011
Regie
Andrea Segre
Buch
Marco Pettenello · Andrea Segre
Kamera
Luca Bigazzi
Musik
François Couturier
Schnitt
Sara Zavarise
Darsteller
Zhao Tao (Shun Li) · Rade Serbedzija (Bepi der Poet) · Marco Paolini (Coppe) · Roberto Citran (Anwalt) · Giuseppe Battiston (Devis)
Länge
97 Minuten
Kinostart
05.12.2013
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Drama
Diskussion
Shun Li kniet in der Dunkelheit am Badewannenrand, stößt die brennende Kerze im roten Papierblütenkelch durchs Wasser. „Wir sind in Italien. Was soll das?“, poltert einer der Gastarbeiter, mit dem sie ein enges Apartment bewohnt, dreht das Licht an und pinkelt rücksichtslos in die danebenstehende Toilettenschüssel. Die Näherin ehrt Chinas ältesten Dichter Qu Yuan mit einer Geste, die nicht nur ihrem Heimweh Ausdruck verleiht, sondern auch Gefühlen der Verlorenheit und Auslieferung. Diese junge und doch schon so abgekämpft wirkende Frau gleitet nämlich selbst durch die Fremde, immer bemüht, den letzten Funken Hoffnung nicht von den Wellen ersticken zu lassen, die ihr beständig gegen den Bug knallen. Shun Li ist in einer Zwangslage, die kein Ausscheren und kein Zurück erlaubt, sondern immer nur das Vorwärts fordert

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren