Drama | Kanada 2014 | 138 Minuten

Regie: Xavier Dolan

Die Geschichte einer Mutter-Kind-Beziehung, die von der affektiven Störung und Aggressivität des Sohns sabotiert wird. Die Mutter hat der Problemsituation nur bedingungslose Liebe entgegenzusetzen und wendet sich hilfesuchend an eine Nachbarin, die selbst am Verlust ihres kleinen Sohns leidet. Intensives, berührendes Drama mit kraftvollen Bild-Ton-Kompositionen. Das quadratische Leinwandformat zeichnet dabei die beengten Verhältnisse ab und sorgt für die Konzentration auf die im Bild zentrierten Figuren. Zugleich lassen die kongenialen Musikeinsätze in ihrer Annäherung an die Retro-Popkultur die späten 1990er-Jahre wiederauferstehen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MOMMY
Produktionsland
Kanada
Produktionsjahr
2014
Regie
Xavier Dolan
Buch
Xavier Dolan
Kamera
André Turpin
Musik
Noia
Schnitt
Xavier Dolan
Darsteller
Anne Dorval (Diane "Die" Després) · Antoine-Olivier Pilon (Steve Deprés) · Suzanne Clément (Kyla) · Alexandre Goyette (Patrick) · Patrick Huard (Paul Béliveau)
Länge
138 Minuten
Kinostart
13.11.2014
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras enthalten u.a. ein Feature mit neun im Film nicht verwendeten Szenen (16 Min.) sowie ausführlichere Interviews mit Xavier Dolan in Toronto (25 Min.), in Cannes (6 Min.), in Paris (8 Min.) und mit Antoine Olivier Pilon (11 Min.).

Verleih DVD
Zweitausendeins & Weltkino (16:9, 1:1, DD5.1 frz./dt.)
Verleih Blu-ray
Weltkino (16:9, 1:1, dts-HDMA frz./dt.)
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Diskussion
In Rapper-Manier schleudert Steve die Arme im Takt der Beats nach unten, das Skateboard unter den Füßen, den strahlend blauen Himmel über dem Kopf. Den augenscheinlichen Hip-Hop-Song im Kopfhörer hört nur er, während für die Zuschauer die traurig-sanften Zeilen des Songs »Colorblind« der Counting Crows über den Bildern liegen: »I am covered in skin / No one gets to come in / Pull me out from inside / I am folded / I am, colorblind«. Kurze Zeit später will Steve einem schwarzen Taxifahrer, »dem Nigger«, der ihn und seine Mutter nicht mehr weiter befördern will, »die Fresse einschlagen«. Das ist die Ton-Bild-Komposition, mit der Xavier Dolan die Problemsituation von »Mommy« umreißt. Schon der Titel, die zärtliche Hinwendung eines Kindes zu seiner Mutter (erneut gespielt von der großartigen Anne Dorval) deutet den Kontrast zu seinem Debütfilm »I Killed My Mother« (2009) an. Der Sohn von »Mommy«, Steve, ist zu den feinen, über die Jahre gesponnenen Antipathien einer Hass-Liebe wie im Erstling überh

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