Im Labyrinth des Schweigens

Politthriller | Deutschland 2014 | 123 Minuten

Regie: Giulio Ricciarelli

Ende der 1950er-Jahre stößt ein ­junger Staatsanwalt auf die Spur von NS-Verbrechern, die unbehelligt in der westdeutschen Gesellschaft leben. Seine Ermittlungen erfahren allgemein Ablehnung, bis ihn der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer unterstützt und ihn dazu ermuntert, die Täter zur Verant­wortung zu ziehen. Die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitz-Prozesse wird als ambitionierter Politthriller erzählt. In der Figurenzeichnung zwar etwas schematisch, gelingt dem Film dabei gleichwohl der reflektierte Versuch, mit Mitteln des Spannungskinos ein noch weitgehend unthematisiertes Kapitel der ­deutschen Geschichte erhellend aufzuschlagen. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Giulio Ricciarelli
Buch
Elisabeth Bartel · Giulio Ricciarelli
Kamera
Martin Langer · Roman Osin
Musik
Niki Reiser · Sebastian Pille
Schnitt
Andrea Mertens
Darsteller
Alexander Fehling (Johann Radmann) · André Szymanski (Thomas Gnielka) · Friederike Becht (Marlene Wondrak) · Johannes Krisch (Simon Kirsch) · Hansi Jochmann (Erika Schmitt)
Länge
123 Minuten
Kinostart
06.11.2014
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Politthriller

Heimkino

Verleih DVD
Universal
Verleih Blu-ray
Universal
DVD kaufen
Diskussion
Oskar Roehler hat mit »Lulu & Jimi« und »Quellen des Lebens« den Anfang gemacht. Nun scheint sich der deutsche Film mehr als 30 Jahre nach Fassbinders Frauen-Trilogie »Die Ehe der Maria Braun«, »Lola« und »Die Sehnsucht der Veronika Voss« wieder für die Zeit zwischen dem Ende im »Führerbunker« und der antiautoritären Revolte von 1968 zu interessieren. Erst »Wolfskinder« , dann »Phoenix« und nun »Im Labyrinth des Schweigens« – drei unterschiedliche Filme, drei unterschiedliche Erzähl-Strategien und drei unterschiedliche Haltungen zur Geschichte. Wie rekonstruiert man Geschichte aus der Ex-Post-Perspektive und hält dabei die eigene, gewählte Perspektive als »vorläufig« in der Schwebe? Giulio Ricciarelli hat sich in seinem Spielfilmdebüt dafür entschieden, im Rahmen von bekannten Genre-Konventionen des Polit-Thrillers vom Neubeginn, alt

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto

Kommentieren