Wild Tales - Jeder dreht mal durch!

Drama | Argentinien/Spanien 2014 | 122 Minuten

Regie: Damián Szifrón

In sechs Episoden, die von Demütigung und teils absurd übersteigerter Vergeltung handeln, entfaltet sich ein aufschlussreiches Bild des gegenwärtigen Argentinien, das von gesellschaftlichen Gräben, Korruption, Willkür und Aggressivität geprägt ist. Dabei reicht der Ton der in sich geschlossenen Sequenzen, die durch ihre süffisante Lust am boshaften Witz miteinander verbunden sind, von schwarzhumorigen Comic-Szenarios bis zur subtilen Gesellschaftssatire. Der virtuose Einsatz der filmischen Mittel geht mitunter auf Kosten der Figurentiefe, bezeugt aber in der fesselnden Bebilderung anarchischer Eskalationen eine umso eindrücklichere Form der Gesellschaftskritik. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
RELATOS SALVAJES
Produktionsland
Argentinien/Spanien
Produktionsjahr
2014
Regie
Damián Szifrón
Buch
Damián Szifrón
Kamera
Javier Julia
Musik
Gustavo Santaolalla
Schnitt
Damián Szifrón · Pablo Barbieri Carrera
Darsteller
Darío Grandinetti (Salgado) · María Marull (Isabel) · Mónica Villa (Professor Leguizamón) · Julieta Zylberberg (Moza) · Rita Cortese (Köchin)
Länge
122 Minuten
Kinostart
08.01.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Episodenfilm | Komödie

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein "Making of" (24 Min.) sowie ein längeres Interview mit dem Regisseur (20 Min.).

Verleih DVD
Prokino (16:9, 2.35:1, DD5.1 span./dt.)
Verleih Blu-ray
Prokino (16:9, 2.35:1, dts-HDMA span./dt.)
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Diskussion
Immer fängt es harmlos an. Doch dann scheint ein apokalyptischer Funke zu zünden und die Figuren unaufhaltsam dem Abgrund zuzutreiben. Die Ereignisse in den sechs Geschichten, die der Argentinier Damián Szifrón in seinem Episodenfilm „Wild Tales“ erzählt, folgen einer „infernalischen“ Handlungslogik. Der gesellschaftliche Abstieg des Sprengstoffexperten und Familienvaters Simon Fisher etwa, den sein Widerstand gegen einen unberechtigten Strafzettel binnen Kurzem Arbeit, Ruf und Ehefrau kostet. Als man ihm auch noch den Umgang mit seiner Tochter verbieten will, braust er auf, doch die Anwältin seiner Frau bremst ihn. Auf Gewalt bräuchten sie nicht einzugehen, empfiehlt sie ihrer Klientin, was Fisher endgültig die Beherrschung raubt. „Wo sehen Sie hier Gewalt?“, herrscht er die Frau an, doch diese hebt seine scheinbar ureigenste Wut mühelos auf eine gesellschaftliche Ebene: „Gewalt ist überall.“ Diese Szene steht nicht zufäl

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