Get - Der Prozess der Viviane Amsalem

Drama | Israel/Frankreich/Deutschland 2014 | 116 Minuten

Regie: Ronit Elkabetz

Fünf Jahre lang kämpft eine Israelin um die Scheidung von ihrem Ehemann, der sich beharrlich weigert, ihr den notwendigen Lösebrief („Get“) auszuhändigen. Da in Israel keine zivilrechtliche Ehe existiert, muss sich die Frau immer wieder mit ihrem Mann vor einem Rabbiner-Gericht einfinden, wobei ihr Kampf um den Scheidungsbrief zum verzweifelten Ringen um Freiheit und Autonomie wird. Ein ebenso beklemmender wie absurder Gerichtsfilm, der mit visuell strengem Konzept den unterschiedlichen Perspektiven Raum gibt und durch seinen klugen inszenatorischen Minimalismus den gesellschaftlichen Konflikt zwischen Säkularisierung und Orthodoxie sichtbar macht. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
GETT - LE PROCÈS DE VIVIANE AMSALEM
Produktionsland
Israel/Frankreich/Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Ronit Elkabetz · Shlomi Elkabetz
Buch
Ronit Elkabetz · Shlomi Elkabetz
Kamera
Jeanne Lapoirie
Schnitt
Joëlle Alexis
Darsteller
Ronit Elkabetz (Viviane Amsalem) · Simon Abkarian (Elisha Amsalem) · Rami Danon (1. Beisitzender Richter) · Menashe Noy (Carmel Ben Tovim) · Dalia Beger (Donna Aboukassis)
Länge
116 Minuten
Kinostart
15.01.2015
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Gerichtsfilm
Diskussion
Das Scheidungsritual spricht eine deutliche Sprache. Viviane Amsalem wird von einem der Rabbiner angewiesen, ihre Hände wie eine Schale zu formen, um den Get, den Scheidungsbrief, von ihrem Ehemann in Empfang zu nehmen. Sogar die Position der Ellenbogen ist genau vorgeschrieben, sie darf nicht zu hoch sein. Es ist eine empfangende, gleichzeitig auch bittende, fast flehende Geste, die im erlösenden Moment der Befreiung die asymmetrischen Geschlechterverhältnisse noch einmal in einem demütigenden Bild manifestiert. Bis zu diesem Moment vergehen fünf Jahre, in denen Viviane immer wieder mit ihrem Mann Elisha vor dem jüdisch-orthodoxen Rabbinatsgericht in Tel Aviv

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