Elser - Er hätte die Welt verändert

Biopic | Deutschland 2014 | 114 Minuten

Regie: Oliver Hirschbiegel

Nach seinem missglückten Attentat auf Adolf Hitler am 8.11.1939 im Münchner Bürgerbräukeller wird der junge Georg Elser an der Schweizer Grenze verhaftet, von der Gestapo gefoltert, um etwaige Mittäter preiszugeben, und schließlich ins KZ Dachau eingeliefert. Das detailreich recherchierte, brillant gespielte Drama blendet immer wieder in die Lebensgeschichte des zunächst sinnes- und lebensfrohen, dann immer stärker zweifelnden Handwerkers von der Schwäbischen Alb zurück, der durch seine Tat den begonnenen Weltkrieg beenden will. In die exemplarische Biografie des Widerstandskämpfers fließen eindrucksvoll Fragen nach der Verantwortlichkeit des Einzelnen gegenüber politischem Unrecht, aber auch nach Schuld und der Bedeutung des Glaubens ein. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Oliver Hirschbiegel
Buch
Léonie-Claire Breinersdorfer · Fred Breinersdorfer
Kamera
Judith Kaufmann
Musik
David Holmes
Schnitt
Alexander Dittner
Darsteller
Christian Friedel (Georg Elser) · Katharina Schüttler (Elsa) · Burghart Klaußner (Arthur Nebe) · Johann von Bülow (Heinrich Müller) · Felix Eitner (Hans Eberle)
Länge
114 Minuten
Kinostart
09.04.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Biopic | Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und des Hauptdarstellers Christian Friedel, eine Einführung in den Film von Regisseur und Produzenten (12 Min.), die Pressekonferenz auf der Berlinale (10 Min.), diverse Kurzinterviews mit den Darstellern (38 Min.) sowie ein Feature mit sieben im Film nicht verwendeten Szenen (4 Min.). Die Edition ist mit dem Silberling 2015 ausgezeichnet.

Verleih DVD
EuroVideo (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
EuroVideo (16:9, 2.35:1, dts-HDMA dt.)
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Diskussion
Die Nacht zum 8. November 1939. Schwer atmend stellt Georg Elser den Zeitzünder. Tags darauf explodiert die Bombe unter dem Rednerpult im Münchner Bürgerbräukeller. Auf die Sekunde genau und doch 13 Minuten zu spät. Adolf Hitler verließ den Versammlungsort vorzeitig. Die Rechnung des 36-jährigen Schreiners Elser ging nicht auf, nach dem Überfall auf Polen den Krieg zu verhindern. Im Gegensatz zu seinem Führerbunker-Drama „Der Untergang“ (fd 36 679) widmet sich Oliver Hirschbiegel in „Elser“ der anderen Seite Nazi-Deutschlands: der des Widerstands. Er zeigt Elsers Verhaftung, brutale Verhöre und bedrückende Folterszenen. Elser ist Einzeltäter. Doch im Berliner Reichssicherheitshauptamt wird mit allen Mitteln versucht, eine Verschwörung hinter dem Delinquenten aufzudecken – und zur Not auch zu konstruieren. Das viertägige Verhör Elsers durch die Gestapo in Berlin ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Wie bei Marc Rothemunds ähnlich strukturiertem Spielfilm „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ (fd 36 917) heißt der Drehbuchautor Fred Breinersdorfer. Man spürt, wie genau der Autor auch hier Gestapo-Alltag und Sch

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