TinkerBell und die Legende vom Nimmerbiest

Animation | USA 2014 | 76 Minuten

Regie: Steve Loter

Eine Tierfee stößt im Tal der Feen auf eine verletzte Kreatur namens Nimmerbiest und freundet sich mit ihr an. Doch die Wächterfeen des Tals wollen das Tier fangen und einsperren, da es der Sage nach ihr Reich zerstören soll. Bonbonbunter Animationsfilm über die Kraft der Freundschaft und des Vertrauens. Er spinnt das unerschöpfliche „Peter Pan“-Universum um den beherzten Kampf für das unheimliche Wesen weiter, wobei sich wohldosierte 3D-Effekte, anrührende Musical-Songs und witzige Dialoge unter den geflügelten Mädchen recht unterhaltsam entfalten. - Ab 6.
Zur Filmkritik

Filmdaten

Originaltitel
THE LEGEND OF THE NEVERBEAST | TINKER BELL AND THE LEGEND OF THE NEVERBEAST
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2014
Produktionsfirma
DisneyToon Studios/Prana Studios
Regie
Steve Loter
Buch
Tom Rogers · Robert Schooley · Mark McCorkle · Kate Kondell
Musik
Joel McNeely
Schnitt
Margaret Hou
Länge
76 Minuten
Kinostart
30.04.2015
Fsk
ab 0; f
Pädagogische Empfehlung
- Ab 6.
Genre
Animation | Kinderfilm
Externe Links
IMDb | TMDB | JustWatch

Heimkino

Die Extras enthalten u.a. ein Feature mit fünf im Film nicht verwendeten Szenen (11 Min.).

Verleih DVD
Walt Disney (16:9, 1.78:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Walt Disney (16:9, 1.78:1, dts-HDMA7.1 engl./dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Eine märchenhafte Geschichte, die zu Herzen geht, aber auch eine wohl dosierte Portion an Spannung und Action: Das verspricht das neue Spin-Off aus dem schier unerschöpflichen Fundus des „Peter Pan“-Universums schon in den Anfangsminuten, wenn eine Erzählerin aus dem Off ein Gedicht über die Legende vom Nimmerbiest vorträgt und kurz darauf zum ersten Song bei einer rasanten Flugshow recht ordentliche 3D-Effekte zum Tragen kommen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ahnt man, dass Regisseur Steve Loter, der sein Animationshandwerk bei der populären Fernsehserie „Kim Possible“ erlernt hat, am Erfolgsrezept dieser Disney-Reihe wenig ändern wird. War es bei „Tinkerbell und die Piratenbraut“ (2014) noch die kleine Zarina, die im Zentrum der Geschichte stand, ist es nun die furchtlose und überaus neugierige Emily. Was diese Fee auszeichnet, ist ihre große Tierliebe. Sogar einen verletzten jungen Habicht pflegt Emily einmal gesund, ohne dabei zu bedenken, dass dieser zu den natürlichen Feinden der Fabelwesen zählt. Richtig spannend wird es – vor allem für Kinder im Vorschulalter – wenn Emily eines Tages dem grässlichen Gegröle aus einer Höhle auf den Grund geht. Dabei kommt es zur ersten Begegnung mit dem Nimmerbiest, das zwar von seiner Physiognomie her mit dem freundlichen Flugdrachen Fuchur aus der „Unendlichen Geschichte“ verwandt sein könnte, wegen seiner funkelnden Augen und den gefletschten Zähnen aber durchaus Eindruck schindet. Schon kurz darauf wird dieser wieder entschärft, weil Emily sich schnell mit dem vermeintlichen Monstrum anfreundet, ihm einen schmerzenden Stachel aus der Pfote zieht und ihn liebevoll-verharmlosend Grummel tauft. Beliebt macht sich die kleine Fee deshalb noch lange nicht; schließlich haben Tinkerbell und die anderen Feen nach wie vor einen großen Respekt vor dem unheimlichen Wesen. Und als dann auch noch bekannt wird, dass das Nimmerbiest der Sage nach das wunderschöne Feenland zerstören wird, ist es mit der Herrlichkeit endgültig vorbei. Während Emily ihre Freundinnen davon überzeugen muss, dass ihr Grummel kein Ungeheuer ist, hält der Film, der sich in erster Linie an Mädchen der unteren Grundschulklassen richtet, sein Publikum mit diversen Einschüben bei Laune. Dies sind zum einen wohl dosiert eingesetzte dreidimensionale Effekte, etwa bei einer Verfolgungsjagd durch den Wald, zum anderen – ganz im Zeichen von Disneys Musical-Tradition – diverse muntermachende Song-Einlagen. Hier hat die junge Zielgruppe immer wieder Gelegenheit, sich zu entspannen und die aufregenden Szenen mit dem Nimmerbiest zu verarbeiten. Spaß machen darüber hinaus witzige Dialoge, die den sanften Zickenkrieg unter den geflügelten Mädchen amüsant flankieren, sowie einige originelle Details. Als Waffe verwenden die Feenkriegerinnen etwa Stacheln von Stachelschweinen, und das riesige Biest wird von unzähligen winzigen Heldinnen in bester „Gulliver“-Manier mit einem Netz eingefangen. Wenig überzeugend sind hingegen die visuellen Tricks gegen Ende, wenn einige Blitzeffekte unter giftig grüner Wolkendecke für Weltuntergangsstimmung herhalten müssen. Die jungen Zuschauer aber dürfte das nicht allzu sehr stören in diesem bonbonbunten Feenabenteuer, das – mit Ausnahme des üblichen Plädoyers für Freundschaft und Vertrauen – ganz ohne Moral oder Botschaft auskommt und nur möglichst angenehm unterhalten will.
Kommentar verfassen

Kommentieren