Experimentalfilm | Deutschland 2013 | 72 Minuten

Regie: Axel Ranisch

Als ein etwa zehnjähriger Junge seine jüngere Schwester für einen Moment aus den Augen lässt, wird sie entführt. Aus Angst, seinen Fehler einzugestehen, flieht er in einen Wald, wo er auf zwei seltsame Erwachsene trifft: einen Zauberer, der ihm seine Kindheit stehlen will, und einen wilden Räuber, der ihn ins Räuberhandwerk einführt und ihn lehrt, sich zu behaupten. Der amateurhaft und betont „dilettantisch“ inszenierte, ohne festes Drehbuch entstandene Kinderfilm lebt von seinem anarchischen Humor sowie der Spielfreude und Spontaneität seiner Darsteller. Versatzstücke aus Märchen werden so zu einer originell aus Kindersicht erzählten Geschichte verknüpft, die freilich gewöhnungsbedürftig ist, vor allem weil die Improvisation zu Lasten der Dramaturgie geht. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2013
Regie
Axel Ranisch
Buch
Dennis Pauls · Peter Trabner · Heiko Pinkowski · Axel Ranisch
Kamera
Dennis Pauls
Musik
Luca
Schnitt
Milenka Nawka · Guernica Zimgabel
Darsteller
Tadeus Ranisch (Robby) · Heiko Pinkowski (Rüdiger der Räuber) · Peter Trabner (Stefan der Zauberer) · Sibylla Rasmussen (Franziska) · Lena Zipp (Pauline Pilz)
Länge
72 Minuten
Kinostart
07.05.2015
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Experimentalfilm | Kinderfilm | Märchenfilm

Heimkino

Verleih DVD
MissingFilms (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
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Dramaturgisch zerfahrenes, aber sympathisches "German Mumblecore"-Märchen von Axel Ranisch

Diskussion
Wer trickreich ausgestaltete Märchenfilme schätzt und sich an ihren ausgesucht schönen magischen Welten erfreut, der muss bei „Reuber“ zunächst einmal heftig schlucken. Auch hier gibt es zwar einen märchenhaften Stoff mit Traumwelt und moralischer Botschaft, aber selbst die thematisch naheliegende Assoziation zu Otfried Preußlers „Räuber Hotzenplotz“ führt aufs verkehrte Gleis. Denn „Reuber“ ist vor allem pures „German Mumblecore“: ein betont unprofessioneller, mit minimalem Budget im Freundes- und Familienkreis hergestellter „Amateurfilm“, bei dem nahezu alles, selbst die Dialoge, improvisiert wurde und wie selbstgemacht aussieht – weil es das auch ist. Und weil man den nur lose vorgegebenen Handlungsfaden chronologisch gedreht hat, beginnt die Geschichte quasi daheim, in der

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