Drama | Deutschland 2014 | 108 Minuten

Regie: Marc Brummund

Ein aufmüpfiger 14-Jähriger wird 1968 in ein diakonisches Fürsorgeheim südlich von Bremen gesteckt, in dem arbeitslagerähnliche Zustände herrschen. Als er gegen die physische wie psychische Misshandlung aufbegehrt, verschlimmert sich seine Lage. Das wuchtige, mitunter recht drastische Drama macht die Erziehungsmethoden der Schwarzen Pädagogik intensiv spürbar und verdeutlicht, wie Schläge und Demütigungen neue Gewalt erzeugen und autoritäre Strukturen den Sinn und die Befähigung für Freundschaft und Loyalität zersetzen. Der wichtige Zeitbezug vor dem Hintergrund der Studentenunruhen wird dabei etwas zu sehr aus dem Blick verloren. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Marc Brummund
Buch
Nicole Armbruster · Marc Brummund
Kamera
Judith Kaufmann
Musik
Anne Nikitin
Schnitt
Hans Funck
Darsteller
Louis Hofmann (Wolfgang) · Alexander Held (Hausvater Brockmann) · Stephan Grossmann (Bruder Wilde) · Katharina Lorenz (Ingrid) · Max Riemelt (Bruder Krapp)
Länge
108 Minuten
Kinostart
25.06.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama

Heimkino

Die Edition enthält eine Audiodeskription für Sehbehinderte. Die Extras enthalten u.a. ein Feature mit vier im Film nicht verwendeten Szenen (4 Min.), ein sog. "Zeitzeugeninterview" mit Wolfgang Rosenkötter (44 Min.) sowie ein ausführliches und sehr informatives Booklet zum Film (32 Seiten).

Verleih DVD
Salzgeber (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
Verleih Blu-ray
Salzgeber (16:9, 2.35:1, dts-HD dt.)
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Diskussion
Ein leuchtend rotes Mofa, ein Teenager ohne Helm, mit schnittiger Frisur und etwas längeren Haaren, dazu ein heulender markanter Gitarrenriff – die ersten Takte von Status Quos „Pictures of Madstick Men“. Die Bilder sind gelbstichig und erinnern durch ihre Unschärfen an alte Fotos. Mal tobt Wolfgang mit seiner Mutter ausgelassen am Strand, mal fährt er durch die Straßen. Ein Hauch von Freiheit liegt über der Szene, von Glück und Rebellion. Es ist das Jahr 1968. Kurze Zeit später wird Wolfgang von seinem Stiefvater erst brutal verprügelt und dann in ein Internat für schwer erziehbare Jugendliche gesteckt. Von einem freiheitlichen Geist ist in der Diakonie Freistatt nichts zu spüren. Die Einrichtung ist vielmehr ein Relikt faschistischer Erziehungsprinzipien. Auch das ist noch Realität in der Bundesrepublik der späten 1960er-Jahre. „House of the Rising Sun“, singt Wolfgang dem Hausvater der Diakonie vor. Zu Beginn scheint der alte Hobbygärtner ganz nett zu sei

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