Literaturverfilmung | Deutschland 2014 | 114 Minuten

Regie: Jochen Alexander Freydank

Ein Mann Ende 40 zieht mit seiner Familie in eine neue Wohnung, die seinem Sicherheitsbedürfnis entgegenkommt. Seine anfängliche Zufriedenheit weicht bald einem Gefühl der Furcht und Bedrohung, als sich in seinem Leben irritierende und beunruhigende Ereignisse häufen. Die Kafka-Verfilmung übersetzt die Vieldeutigkeit des Originals in die Geschichte eines allmählichen Abdriftens in die Paranoia. Dabei findet der Film erstaunliche Bilder für die Reise in den Wahn, löst sich an vielen Stellen aber zu wenig vom Originaltext. Die ausgedehnte, mitunter beängstigend intensive Leistung des Hauptdarstellers trägt den Film nur streckenweise. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2014
Regie
Jochen Alexander Freydank
Buch
Jochen Alexander Freydank
Kamera
Egon Werdin
Musik
Ingo Ludwig Frenzel
Schnitt
Philipp Schmitt
Darsteller
Axel Prahl (Franz) · Kristina Klebe (Ehefrau von Franz) · Josef Hader (Hausmeister) · Devid Striesow (Handwerker) · Robert Stadlober (Wachmann I)
Länge
114 Minuten
Kinostart
09.07.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Literaturverfilmung

Ein Biedermann gerät in Paranoia-Strudel

Diskussion
„Ich habe den Bau eingerichtet, und er scheint wohlgelungen.“ Mit diesen Worten beginnt die nachgelassene Erzählung Franz Kafkas mit dem Titel „Der Bau“ (1923/24), deren Schluss verloren ging. Der Ich-Erzähler ist ein nicht näher bestimmtes Tier, das sich zunächst zufrieden mit der labyrinthischen Anlage des Baus zeigt, dann aber ins Grübeln über mögliche Mängel und Fehlplanungen gerät. Der monologische Text ist durch ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis charakterisiert und verstrickt sich schnell in eine paranoide Logik, die den Leser vergessen lässt, wer hier eigentlich gerade spricht. Es gehört zur Raffinesse des Prosatexts, dass die als angenehm empfundene Stille plötzlich durch ein unheimliches, regelmäßig auftretendes Geräusch gestört wird. Ein sich nähernder Feind? „Der Bau

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