Drama | Ungarn 2015 | 107 Minuten

Regie: László Nemes

Im Herbst 1944 will ein ungarischer Jude, Mitglied eines Sonderkommandos, in Auschwitz-Birkenau unter allen Umständen einen toten Jungen rituell beerdigen, womit er die Vorbereitungen eines Aufstands gegen die SS-Wachmannschaften gefährdet. Der ebenso abgründige wie meisterhafte Debütfilm lotet unter Verzicht auf jede Melodramatik die industrielle Auslöschung des europäischen Judentums an der Grenze des Darstellbaren aus. Während man das Ungeheuerliche mehr ahnend erschließt als dass man es sieht, reißt einen die sorgfältig komponierte Tonspur in die Höllenglut der Vernichtungsmaschinerie. Der mit äußerster formaler Konsequenz inszenierte Film lässt in der Absurdität der Situation eine Behauptung des Humanen aufscheinen. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SAUL FIA
Produktionsland
Ungarn
Produktionsjahr
2015
Regie
László Nemes
Buch
László Nemes · Clara Royer
Kamera
Mátyás Erdély
Musik
László Melis
Schnitt
Matthieu Taponier
Darsteller
Géza Röhrig (Saul Ausländer) · Levente Molnár (Ábrahám) · Urs Rechn (Oberkapo Biederman) · Todd Charmont (bärtiger Mann) · Sándor Zsotér (Arzt)
Länge
107 Minuten
Kinostart
10.03.2016
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen englisch eingesprochenen, dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs, des Kammeramanns und des Darstellers Géza Röhrig ein Feature mit einer im Film nicht verwendeten Szene (2 Min.) sowie "Q&A"-Diskussions-Runde aus dem "Musuem der Toleranz" (64 Min.).

Verleih DVD
Sony (16:9, FF, DD5.1 ungar.)
Verleih Blu-ray
Sony (16:9, FF, dts-HDMA ungar.)
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Mit dem „Oscar“ ausgezeichnet: Lászlo Nemes' Horrortrip ins Grauen von Auschwitz

Diskussion
Herbst 1944. Der ungarische Jude Saul Ausländer ist Teil des Sonderkommandos im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, einer Spezialeinheit von Häftlingen, die von den Nazis gezwungen werden, die Massenmorde in den Gaskammern durchzuführen und sich anschließend um die Entsorgung der Leichen zu bekümmern. Für diese Tätigkeit wurden die Mitglieder des Sonderkommandos mit einer vergleichsweise guten Versorgung und einem erfahrungsgemäß etwa viermonatigen Aufschub der eigenen Vernichtung »belohnt«. Am 8. Oktober 1944 kam es zu einem Aufstand des Sonderkommandos, bei dem zumindest ein Krematorium zerstört wurde. Keiner der ungefähr 450 Beteiligten hat den Aufstand überlebt. Davon erzählt „Son of Saul“. Auch, gewissermaßen am Rande. Der Film von László Nemes, der als Assistent von Béla Tarr an „Der Mann aus London“ (fd 39 570) mitwirkte, erzählt ebenfalls die Geschichte von Saul Ausländer, der Zeuge wi

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