Dokumentarfilm | Deutschland 2015 | 84 Minuten

Regie: Marie Wilke

Ein Jahr lang beobachtet der Dokumentarfilm eine Gruppe von Polizeischülern in Sachsen-Anhalt bei ihrer Ausbildung, in der zwischen theoretischem Unterricht und praktischer Anwendung eine spürbare Lücke klafft. Die Konfrontation mit häuslicher Gewalt, Armut, Hooligans oder anderen Randalierern kann nur bedingt eingeübt werden. Der Film beleuchtet ungeschönt die Methoden und Mechanismen der Schule, aber auch das Ringen der angehenden Polizisten zwischen hehrem Anspruch und den Niederungen des Alltags. Eine differenzierte, aufmerksame Studie, die nicht wertet, sondern auf genaue Beobachtungen und untergründig auch auf eine schöne Portion Komik setzt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
Marie Wilke
Buch
Marie Wilke
Kamera
Alexander Gheorghiu
Schnitt
Stefan Oliveira-Pita · Jan Soldat · Marie Wilke
Länge
84 Minuten
Kinostart
27.08.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Dokumentarfilm
Diskussion
„Identitätsfeststellung“ ist kein Wort, das einem leicht über die Lippen geht, wenn man in einem dunklen Flur einen vermeintlichen Einbrecher gestellt hat, der einen Kanister in der Hand hält und gerade richtig bockig wird. Da wird es schnell etwas kompliziert: Kurze Erklärung, was ansteht, Situation unter Kontrolle bringen, höflich und ruhig bleiben. Glücklicherweise handelt es sich anfangs nur um die Simulation eines Konflikts zu Ausbildungszwecken, aber schon hier gelangen die Polizeischüler rasch an ihre Grenzen. Artikulation unsauber, Körpersprache mangelhaft. Ein Jahr lang hat Marie Wilke eine Gruppe von Polizeischülern in Sachsen-Anhalt bei ihrer Ausbildung begleitet: erst in der Polizeischule, dann bei den diversen Praktika, also „richtigen“ Einsätzen. Schnell zeigt sich, dass diese Einsätze Teil der Ausbildung sind, dass man Konfrontationen mit dem „Alltag“ nur bedingt einüben kann, dass man auf „learning by doing“ setzen muss. Welche Motivation steckt hinter der

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