Der Staat gegen Fritz Bauer

Biopic | Deutschland 2015 | 105 Minuten

Regie: Lars Kraume

Mitte der 1950er-Jahre erhält der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968) einen Hinweis auf den Aufenthalt von Adolf Eichmann. Um den früheren SS-Obersturmbannführer vor Gericht zu stellen, braucht er die Hilfe des israelischen Geheimdiensts, weil seine Bemühungen, die Verantwortlichen des NS-Staats juristisch zu belangen, von allen Seiten hintertrieben werden. Der kammerspielartige Film setzt dem mutigen Juristen glaubwürdig ein Denkmal, schwankt dabei aber etwas unentschlossen zwischen Reenactment, Genre-Konventionen und vorsichtiger Abstraktion. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2015
Regie
Lars Kraume
Buch
Lars Kraume · Olivier Guez
Kamera
Jens Harant
Musik
Julian Maas · Christoph M. Kaiser
Schnitt
Barbara Gies
Darsteller
Burghart Klaußner (Fritz Bauer) · Ronald Zehrfeld (Karl Angermann) · Sebastian Blomberg (Ulrich Kreidler) · Jörg Schüttauf (Paul Gebhardt) · Lilith Stangenberg (Victoria)
Länge
105 Minuten
Kinostart
01.10.2015
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Biopic | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
Alamode
Verleih Blu-ray
Alamode
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Diskussion
Anstatt über ästhetische Strategien einer Auseinandersetzung mit der unübersichtlichen Gegenwart nachzudenken oder ein ernst zu nehmendes Reflexionsniveau zu entwickeln, wählt der deutsche Kinofilm seit längerem den Kostümfilm, um längst geschlagene Schlachten nachzustellen. Ob RAF, Oktoberfest-Attentat, West-Berliner Subkultur, Mauerfall, Rostock-Lichtenhagen oder Stasi-, Nazi-Nachwehen – der Kinofilm gerät schnell zu einer Art von Action-Ausstattungs-Schulfernsehen für Nachgeborene. Jetzt also Fritz Bauer, die dritte. Zunächst gab es den höchst sehenswerten Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ ((fd 40 210), 2010) von Ilona Ziok, der umfassend und materialreich über Biografie und politisches Selbstverständnis des Generalstaatsanwaltes informierte. 2014 folgte dann Giulio Ricciarellis Spielfilm „Im Labyrinth des Schweigens“ (fd 42 690), in dem Bauer, gespielt von Gert Voss, als eine Art graue Eminenz den politischen Lernprozess eines jungen Staatsanwaltes begleitete, der gegen alle Widerstände in die Vorbereitung des Auschwitz-Prozesses mündete. Ricciarellis Film verkleidete sich als Politthriller in der Manier der (wenigen) „Zeitfilme“ der 1950er-Jahre wie „Rosen für den St

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